Tasmanische Air Safari, Tag 3

Leider gab es am Morgen des dritten Tages der Air Safari kein richtiges Frühstück. Uns wurde lediglich etwas Müsli, Milch, Brot und Aufschnitt am Abend vorher ins Zimmer gestellt. Der Plan der Angestellten war wohl morgens noch ihren Rausch auszuschlafen und den Tag frühestens zum Mittag zu beginnen. Schön für sie, spärlich für uns. Unser erster Stopp heute: Three Hummock Island, eine kleine Insel, die direkt nordwestlich vor der Küste Tasmaniens liegt. Sie ist von einem dichten Wald besiedelt und steht unter Naturschutz. Neben einer kleinen Landebahn gibt es nur noch eine grosszügige Lichtung, auf der die Menschen wohnen. Das sind hier das Rangerehepaar Beverley und John O’Brien.

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Die Lichtung auf Three Humock Island

Es hatte die Tage vorher viel geregnet und nach unserer Erfahrung mit der Graslandebahn auf Philip Island waren wir auf das schlimmste vorbereitet. Zuerst überflogen wir die Landebahn ein paar mal im Tieflug, um abzuschätzen ob wir landen könne oder lieber nicht. Das Problem hierbei ist nicht das Landen an sich. Runter kommt man schon irgendwie, und das auch durchaus ohne Unfall. Aber wir hatten auch vor wieder wegzukommen. Und um die Fluggeschwindigkeit unserer Cessna zu erreichen, die vier stattliche Männer mit Gepäck und Käseeinkäufen benötigen, braucht es eine gewisse Landebahnlänge. Zudem sollte die Landebahn vorzugsweise nicht in einem sumpfähnlichen Zustand sein. Letztendlich hat Darren, der erfahrenste von uns, die Entscheidung getroffen, dass die Landebahn sicher zum Landen und Starten ist und wir flogen ein letztes mal um den Platz und setzten dann zur Landung an.

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Landebahn auf Three Hummock Island

Direkt nach dem Aufsetzen achteten wir ganz genau darauf wie weit die Räder im Grass versinken. Letztendlich kamen wir alle zu dem Schluss, dass die Stelle an der wir aufgesetzt waren, am besten zu sein scheint. So sind wir umgedreht und die ganze Landebahn wieder zurück gefahren, um zu parken. Der von uns gewählte Parkplatz war so weit wie nur möglich von der kleinen Strasse entfernt war, die vom Landeplatz zur bewohnten Lichtung führt. Frohen Mutes machten uns zu Fuss auf dem Weg zurück und nutzten die Gelegenheit die Landebahn auf Starteignung zu kontrollieren. Sehr wichtig war es dabei in einer Suchformation zu marschieren, die man von der Polizei kennt, wenn sie ein Waldstück nach wichtigen Beweismitteln durchkämmt. So trotten wir die Landebahn entlang und starrten auf den Boden und gaben dabei Geräusche von uns gaben, die einem Beobachter mitteilen würden, dass wir alles sehr genau untersuchten. Alle paar Schritte etwas auf dem Boden fest zu trampeln oder weg zu treten konnte auch nicht schaden. Als wir uns gerade darauf einigten, dass die Strecke links von der Landebahn am besten zu sein scheint, hörten wir einen Wagen die Strasse entlang kommen.

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In Suchformation

Es waren Beverley und John, die uns mit ihrem Geländewagen abholten. Nach einer freundlichen Begrüssung und etwas Smalltalk schlug John vor, dass er mit uns die Landebahn abfahren könne. So könnten wir sicher gehen alles gesehen zu haben, um die bestmögliche Entscheidung bezüglich Ideallinie zum Starten treffen zu können. Während John mit uns und seinem Jeep über die Landebahn donnerte, dämmerte es mir wie das Gras zu seinem schlechten Zustand kam. Die Fahrt zur Lichtung, auf der Beverley und John seit zwei Jahren wohnten, dauerte in etwa 30 Minuten. Währenddessen lernten wir einige interessante Fakten über Three Hummock Island. Zum Beispiel, dass die Insel Anfang des Jahrhunderts ursprünglich vom Militär erschlossen wurde, welches die Insel als Funkrelay benutzte. In der neueren Zeit ging die Insel dann an Telstra, die australische Telekom. Die Firma unterhielt hier ebenfalls eine Funkanlage und baute unter anderem die Strasse, auf der wir gerade durch den Wald stotterten. Aber auch Telstra gab die Insel irgendwann auf und kurze Zeit später wurde sie zum Naturschutzpark erklärt. Seit dem wird sie mit strengen Auflagen verpachtet.

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Was für ein Ausblick

Als wir aus dem Wald auf die riesige Lichtung kamen staunten wir sofort über den schönen Meerblick über die Bucht. Am anderen Ende der Lichtung liegt das Haus in dem Beverley und John wohnen. Aber zuerst einmal wurden wir zu den Unterkünften geführt, die man für einen Urlaub mieten kann. Auf der Insel können bis zu acht Personen beherbergt werden. Zum einen gibt es das Cottage, das etwas abseits gelegen ist. Es bittet Platz für eine vierköpfige Familie. Zum anderen ist da das ehemalige Haupthaus, indem bis zu vier Personen in zwei Doppelzimmern untergebracht werden können. Alles ist zwar eher rustikal, aber mit Liebe eingerichtet. Ich kann mir gut vorstellen hier für eine Woche herzukommen, um komplett abzuschalten. Auch für Kindern, die alt genug sind alleine die nähere Umgebung zu erkunden, ist dieser Ort ein Abenteuerparadies. Zum nahe gelegenen Strand braucht man nur fünf Minuten zu Fuss, und es gibt haufenweise Gänse, Pfaue, Wallabies und Sumpf-Hühner.

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Der Strand

Nachdem uns Beverley mit Kaffee, Tee und Kuchen vollgestopft hatte, mussten wir uns leider schon wieder verabschieden. Wir waren alle von der Insel begeistert und versprachen wieder zu kommen und sie an andere weiter zu empfehlen. Dank unserer gewissenhaften Auswahl der Ideallinie verlief unser Abflug reibungslos. Unser nächstes Ziel war Barnbougle, einer der 35 schönsten Golfplätze der Welt. Wir hatten aber leider alle unsere Golfschläger vergessen und so assen wir dort nur zu Mittag. Der an der Küste gelegen Golfplatz ist wirklich schön. Am meisten hat mich das Hotel beeindruckt, dass in eines der Hügel am Golfplatz eingebaut ist. Es erinnerte mich irgendwie an einen James Bond aus den 70ern. Da betten die Bösewichte ihre geheime Basis auch gerne mal in eine Vulkaninsel ein.

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“Mr Bond, schön dass sie mich Besuchen kommen!” *muhahaha*

Ein Mittagessen und einen kleinen Verdauungsspaziergang später flogen wir schon wieder weiter nach Launceston. Im lokalen Sprachgebrauch wird die Stadt liebevoll Launy genannt, was ich irgendwie witzig finde. Ich stell mir vor, dass die Bewohner vielleicht dachten, dass Launceston zu spiessig klingt und deshalb der Stadt einen kumpelhaften Spitznamen gaben. Unser Hotel lag in der Innenstadt, nicht weit von Launy’s Wahrzeichen, der Schlucht, entfernt. Eigentlich war geplant, dass wir die Schlucht noch heute besichtigen wollten, wir waren aber durch unseren ausgiebigen Golfplatzbesuch etwas später als geplant in Launy angekommen. So verschoben wir die Schlucht auf den nächsten Morgen, an dem ich die erste Strecke fliegen sollte. Nach einem grossen Steak zum Abendbrot hatte gerade noch genug Kraft, die Route zu planen bevor ich zufrieden aber hundemüde ins Bett fiel.

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Hotel in Launceston

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Tasmanische Air Safari, Tag 2

Heute wollten wir nach King Island fliegen. Die Insel liegt im Nordwesten vor Tasmanien. Auf dem Weg dorthin in müssen wir in Tyabb zum tanken stoppen, und dann an Melbourne vorbei bis nach Point Cook fliegen. Dort wollten wir das Royal Australian Air Force (RAAF) Museum besuchen und zu Mittag essen. Ich war der Pilot für den Tag.


Grössere Karte ansehen

Am Abend vorher plante ich den Flug aufs Genauste und ging ihn in meinem Kopf immer und immer wieder durch: Start vom Flughafen auf King Island, dann nach Westen drehen und bis nach Cowes liegen. Dort scharf nach Norden schwenken und an einer Verbotszone vorbei nach Tyabb. Kinderspiel! Bis man dann ins Flugzeug einsteigt und versucht den Plan durch zu führen. Ich bin zu dem Zeitpunkt seit einem Jahr keine Cessna mehr geflogen und war noch einige Zeit nach dem Start damit beschäftigt mich daran zu erinnern wie sich so eine Cessna im Detail fliegt. Wo sind die ganzen Knöpfe und Hebel? Als mich Darren fragte, was denn mein Plan war? “Also, ich dachte so östlich an der Verbotszone vorbei.” – “Hm, wir sind aber jetzt schon westlich davon, und ausserdem fliegst du gerade GENAU darauf zu!” Waaaaaah!

Echt super, es sind gerade mal zwei Minuten vergangen, die ich als Pilot auf der Safari fliege, und es geht schon alles schief. Gut, dann heisst es jetzt improvisieren. Ich brachte uns auf einen Kurs, der uns sicher an der Verbotszone vorbeiführen würde. Ich hatte meinen Pilotenschein erst seit einer Woche, ich würde ihn gerne noch etwas behalten. Ich schaute auf die Karte, um abzuschätzen, welche Richtung ich von meiner jetzigen Position nach Tyabb einschlagen müsste. Wurde dabei aber von Darren unterbrochen, weil wir uns quasi schon im Landeanflug befanden. King Island und Tyabb sind keine 20 Minuten von einander entfernt! Das war mir nach meinem Studium des Kartenmaterials irgendwie nicht bewusst geworden. Was für ein Albtraum. Irgendwie, bekam ich es aber doch noch hin, eine nette Landung hinzulegen.

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Melbourne

Als nächstes ging es durch die Port Philipp Bay, immer an der Küste lang, vorbei an Melbourne, nach Point Cook. Der Flug dorthin verlief reibungslos, wenn man davon absieht, das ich Point Cook als Cooktown ansprach, als ich dem Flugverkehr der Umgebung mitteilte, dass wir uns im Anflug befinden. Das RAAF Museum hat mich völlig überrascht. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Australien im zweiten Weltkrieg in Europa gekämpft hat. Zum anderen hat das Museum ganz Klar den Fokus auf der australischen Luftwaffe und die Ausstellung zeigt sehr schön, die Entwicklung des Luftkrieges. Von der Erfindung des Flugzeugs, über Zeppeline, bis hin in die Moderne. Die ausgestellten Kampfjets haben mich am meisten beeindruckt. Die Dinger sind riesig! Im Nachhinein, kann man das auch von Filmen wie Top Gun ableiten, wenn man sich vor Augen hält, dass die Jungs in die Flieger immer über ihre Leitern reinklettern. Aber wenn man mal vor einem echten Jet steht, werden einem die Ausmaße erst richtig bewusst. Am meisten beschäftigte mich nach dem Besuch im Museum der Gedanke, dass obwohl Krieg entsetzlich ist, die Technologie und die Geschichte eine unheimliche Faszination ausstrahlen. Ich werde mir auf jeden Fall das gerade eröffnete Militärmuseum in Dresden anschauen, wenn ich wieder in Deutschland bin.

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Vor dem RAAF Museum

Der letzte Flugabschnitt für den Tag brachte uns an der Küste nach Süden bis nach Cape Otway. Die australische Luftverkehrssicherung schlägt vor, von dort nach King Island zu fliegen. Man soll sich vorher bei der Flugsicherung melden und einen sogenannten Über-Wasser-Flugplan abgeben. Der Plan sieht vor, dass man sich dann in Regelmäßigen Abständen bei der Flugsicherung meldet, bis man den Flug über Wasser bis nach King Island erfolgreich abgeschlossen hat. Ich habe mir die Anleitung zu der Prozedur am Tag vorher öfters durchgelesen und ging jetzt noch ein letztes Mal im Kopf den Funkspruch durch, den ich absetzen wollte. Noch einmal tief durchgeatmet, dann drückte ich den Knopf und setze den Funkspruch ab: “Melbourne Center, Cessna 1-8-2 Bravo X-Ray Oscar, 5 nautical miles north east of Cape Otway at 3000 feet. Will track to Cape Otway, then Cape Warwick. Request over water schedule, will report again after one five minutes.”Melbourne Center antwortet prompt: “Bravo X-Ray Oscar … Melbourne Center. Please confirm aircraft type and POB.” Ich: “Aircraft is a Cessna 1-8-2, we have four person onboard, Bravo X-Ray Oscar.” – “Bravo X-Ray Oscar, time is zero seven, report again at two Zero.”Ich bestätige somit, dass es sieben Minuten nach der vollen Stunde ist, und dass ich mich um 20 nach wieder melden würde. Das hat besser geklappt, als ich es nach den beiden Ausrutschern am Morgen erwartet hatte. Ich schaute mich im Flugzeug um und werde von allen beglückwünscht, dass das gerade eben eine sehr professionelle Funk-Kommunikation gewesen ist. Ich kann es selber kaum glauben und bin einfach nur froh, dass ich den Tag dadurch noch gerettet hatte. Es konnte ja auch noch keiner ahnen, dass dies mein einzig akzeptabler Funkspruch auf der Reise bleiben sollte.

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Beim Überflug von Cape Otway nach Cape Warwick

Der restliche Teil des Fluges verlief reibungslos und als wir uns über dem Leuchtturm von Cape Warwick befinden, der sich am nördlichsten Punkt von King Island befindet, liess ich Melbourne Center wissen, dass wir gut angekommen sind. Das beendete unseren Flugplan und wir sind von nun an wieder auf uns selbst gestellt. Insgesamt dauerte der Überflug nur knapp 30 Minuten. Wir konnten weiter steigen und flogen über der Wolkendecke. Über King Island brach die Wolkendecke nach Westen auf und wir konnten sanft zur Insel hinuntergleiten und die spektakuläre Aussicht geniessen. Als wir 1500 Fuss Flughöhe erreichten, steuerte ich direkt den Flughafen im Osten der Insel an landete uns sanft auf unserer ersten Station in Tasmanien.

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Cape Warwick

Die Landebahn ist relativ gross, weil hier auch auch größere Flugzeuge landen, aber der Flughafen an sich ist relativ klein. Es gibt hier zwei Check-In Schalter und einen Autoverleiher, dessen Schalter aber nicht besetzt war. Da wir uns einen Wagen mieten wollten, hat Darren die dort angegebene Telefonnummer angerufen. Fantastisch, der Mietwagen steht draussen vor der Tür, der Schlüssel ist unterm Vordersitz! Wir sollen bitte mit dem Wagen nach Currie zum Büro fahren, um den Papierkrams zu erledigen. Gesagt getan. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, düsen wir zur King Island Dairy Fromagerie, zum Käse probieren. Was ich vorher nicht wusste, King Island Käse ist weltberühmt, zumindest in Australien. Und wenn ich jetzt im nach hinein im Supermarkt nach Brie und Camembert schaue, dann kommt die Hälfte des Angebots tatsächlich von dort. Käseprobe war super, die Hälfte hat mir super geschmeckt, aber wir können doch jetzt keinen Käse kaufen, oder? Ich meine, dies ist gerade mal Tag Zwei der Safari und wie sollen wir das alles transportieren? Den anderen ist es anscheinend egal, und die Fromagerie ist bestens auf so etwas eingestellt. Wir konnten nicht nur Käse kaufen, sondern auch die passenden King Island Käse Kühltaschen dazu. Ich kaufe mir auch einen Brie, die Sorte, die mir am besten geschmeckt hatte. Jetzt wo ich dies hier aufschreibe, ärgere ich mich ein bisschen. Der Käse war nämlich super lecker und kostet auf King Island nur die Hälfte wie hier im Supermarkt. Ich hätte mal mehr kaufen sollen.

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Erfolgreicher Einkauf

Als wir mit Käse beladen die Fromagerie verliessen, war es erst 14 Uhr und wir entschlossen uns die Insel mit dem Auto noch etwas zu erkunden. Auf King Island gibt es anscheinend sehr viele Wallabies. Darauf deuten auf jeden fall die vielen Kadaver hin, auf denen wir auf unserer Fahrt vorbei kommen. Nach ungefähr 20 Minuten waren wir leider am Ende der Asphaltstrasse angekommen und es ging nur noch auf Sandstrassen weiter. Die Frage, ob wir einfach umdrehen sollte stellte sich natürlich nicht. Männer fahren nicht den gleichen Weg wieder zurück! Wir hatten vom Autoverleih eine rudimentäre Karte mitbekommen, die andeutet, dass wir der Sandstrasse im Quadrat folgen könnten. Wir würden dann am Ende da rauskommen, wo wir eh hin wollten. Das ganze sah auch nicht zu weit aus. Wir wurden schnell eines besseren belehrt. Zum einen kann man auf Sandstrassen nicht so schnell fahren, wie auf Asphalt, zum anderen schien die Karte in unsere Richtung eine logarithmische Skalierung zu verwenden. Je mehr wir fuhren, desto weniger kamen wir irgendwo an. Nach 20 Minuten hatten wir endlich die erste Seite des Quadrates zurückgelegt. Aber die Strasse wurde immer schlechter.

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Strasse erster Qualität

Zu diesem Zeitpunkte stellte ich mir die Frage, wieso es auf dieser Insel eigentlich normale Autos gibt. Wieso fahren nicht alle einen Geländewagen und wieso nicht wenigstens unser Mietwagen? Der Karte nach zu urteilen sind die meisten Strassen der Insel aus Sand. Ich hoffte nur, dass die Strasse nicht noch schlimmer würde. Wir hatten gerade die Hälfte des Weges zurück gelegt und jetzt umdrehen zu müssen wäre der schlimmste anzunehmende Vorfall. Als hätte ich den Teufel an die Wand gemalt, tauchte vor uns am Wegesrand ein Schild auf: “Achtung! Achtung! Jetzt kommt ein Fluss. Fahren Sie nur weiter, wenn sie einen Geländewagen haben. Aber auch dann auf eigene Gefahr. Wir haben Sie gewarnt!” Links vom Schild geht die Strasse um eine Kurve, bergab in eine Böschung. Vorsichtig fuhren wir um die Ecke. Und erschrecken: “Wo ist der Fluss, und warum ist da eine Pfütze. Ach so, das ist der Fluss! Na dann, gib Gummi!” Muss Trockenzeit gewesen sein.

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Buchtblick

Nach etwa einer weiteren halben Stunde und unzähligen toten Tieren am Strassenrand, erreichten wir das Boomerang by the Sea, in dem wir übernachten werden. Im Hotel fand zu der Zeit eine Party statt und wir erfuhren vom Besitzer, dass die Party für Angestellte und Bauarbeiter sei. Deswegen wäre an dem Abend auch das Restaurant geschlossen. Er könne da den Pub in Currie empfehlen, da gäbe es Sonntag Abends Rostbraten. Ausserdem wäre das eh unsere einzige Alternative auf der Insel! Wir entschlossen uns dann das auszuprobieren, schliesslich wollten wir nicht hungern. So luden wir schnell unsere Sachen in unseren Zimmern ab, bewunderten den herrlichen Ausblick über die Bucht und machten uns dann auf den Weg zurück nach Currie.

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Eine der beiden tankstellen auf King Island

Im Pub erlebten wir erst einmal eine Enttäuschung. Das Abendessen gibt es erst ab Sechs. Wir hatten einen Riesenkohldampf und mussten uns jetzt irgendwie noch eine Stunde die Zeit vertreiben. Len wollte Nüsse kaufen, aber die gab es auch nicht. Die Bardame bot uns etwas Käse an. Das Angebot nahmen wir dankend an. Sie kam dann nach ca. 10 Minuten wieder und hatte offensichtlich ihren privaten Käsevorrat geplündert. Sie hatte eine Käseplatte mit den Käsesorten, die wir Mittags probiert hatten dabei und wollte kein Geld dafür annehmen. Pünktlich um Sechs waren wir die ersten, die Rostbraten bestellten und auch bekamen. Endlich richtige Nahrung für unsere hungrigen Mägen. Leider war das Essen eine Enttäuschung. Das Fleisch war sehr fettig und die Beilage waren Erbsen, Karotten und Bohnen aus der Dose. Alle in der Gruppe hatten das Bedürfnis noch etwas zu erleben und wir erfuhren auf Nachfrage, dass es doch noch einen andern Club auf der Insel gibt. Dieser befindet sich in Grassy und ist nur 30 Minuten mit dem Auto entfernt. Da fuhren wir dann hin.

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Grassy von oben, mit Miene im Vordergrund

Grassy ist ein sterbendes Dorf. Früher hab es dort mal eine Miene, die aber Anfang der 90er geschlossen wurde. Seit dem haben die meisten Bewohner ihren Job verloren und viele sind aus Grassy weggezogen. Wir sahen einige verlassene und verkommene Häuser, die aber wunderschön auf einem Hügel gelegen sind, der sich sanft zu einem Cliff über die Bucht von Grassy hinunter zieht. Der Grassy Club sieht von aussen so verkommen aus, dass ich da alleine nicht reingegangen wäre. Eine türkische Kulturkneipe in Hamburg ist der beste Vergleich den ich finden kann. So ähnlich sah der Club auch von innen aus. Irgendwie grell und rustikal. Funktional aber nicht gemütlich. Jeder von uns bestellte ein Getränk bestellt und bewunderte mit grossen Augen das Schnitzel mit Pommes, dass ein Gast neben uns bekam. Es war sogar mit Käse überbacken! Der Rostbraten kam mir gleich noch viel unbefriedigender vor. Wir stürzten die letzte Hälfte unserer Getränke, denn wir wollten noch vor Anbruch der Dunkelheit wieder zurück sein. Im Dunkeln kommen noch mehr Tiere raus und die Gefahr etwas auf der Strasse anzufahren ist umso höher. Bereits in der anbrechenden Dämmerung konnten wir beobachten wie sich Gruppen von lebensmüden Wallabies am Strassenrand einfanden und sich wahrscheinlich mental auf die nächtliche Mutprobe vorbereiteten: “Ich wette ich traue mich länger in der Mitte der Strasse zu stehen als du!” Wir trafen ohne Zwischenfall im Hotel ein und verabschiedeten uns für die Nacht. Morgen werden wir nach Launceston fliegen. Der zweitgrössten Stadt von Tasmanien.

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Tasmanische Air Safari, Tag 1

Abflug

Tasmanien ruft. Der südlichste Staat Australiens ist wohl auch der bekannteste. Wahrscheinlich nicht zuletzt wegen des Tasmanischen Teufels, der mit seinen Zeichentrick Auftritten Tasmanien weltweit bekannt gemacht hat. Im Oktober 2011 hat meine Flugschule zu einer Air Safari nach Tasmanien eingeladen und ich habe sofort zugesagt.

Tagesordnungspunkt Nummer Eins: Schnell meinen Pilotenschein abschliessen. Ich habe die Ausbildung im letzten Jahr etwas schleifen lassen. Die Aussicht nun selber nach und durch Tasmanien zu fliegen hat mir den letzten Schub gegeben, der mir gefehlt hat, um den Schein endlich abzuschliessen. Gerade noch rechtzeitig, zwei einhalb Wochen bevor es los ging, habe ich die praktische Prüfung erfolgreich bestanden und darf mich von nun an als Private Pilot ausgeben. Die letzten Vorbereitungen fuer die Reise habe ich auch erledigt. Alle Flugkarten sind bestellt und geliefert, die einzelnen Fluege von Ort zu Ort sind rudimentaer geplant. Es kann los gehen.


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Am Samstag um acht Uhr wollen wir den Flugplatz in Camden verlassen. Bevor man los fliegt muss man aber noch einige Dinge erledigen, insbesondere wenn man neun Tage unterwegs sein wird. Daher quaele ich mich am Samstag um 4:30 Uhr aus dem Bett und mache mich schlaftrunken auf den Weg zum Flugplatz.Dort angekommen macht man sich dann erst einmal mit den anderen Teilnehmern der Air Safari bekannt. Diesmal reisen wir in einer kleinen Gruppe mit nur einem Flugzeug. Mit dabei sind Darren, Len und Adrian. Darren ist Fluglehrer und unser Betreuer. Len und Adrian sind Private Pilots wie ich und wir werden uns mit dem Fliegen abwechseln. Darren hat die Reise organisiert und wird aufpassen, dass wir nicht allzu grossen Mist bauen. Beim Fliegen ist es immer gut, wenn man noch einen Co-Piloten hat und Darren hat sehr viel Erfahrung.

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In nullkommanix erledigen wir den Papierkram und fuehren die notwendigen Vorbereitungen fuer unsere Air Safari durch. Fuer unser Reise haben wir eine einmotorige Cessna 182T gechartert. Ist das Flugzeug in einem akzeptablen Zustand? Check! Oelstand und Oelreserven? Check! Rettungswesten eingepackt? Check! Passt das Geapeck ins Gepaeckfach? Check! Alles erledigt es kann los gehen. Die Frage, wer auf der ersten Strecke der Pilot sein wird, kann schnell und einfach beantwortet werden. Adrian ist naemllich im Gegensatz zu Len und mir vorbereitet. Puenktlich um acht Uhr heben wir von Camden ab und fliegen in Richtung Deneliquin.

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Deniliquin

Deniliquin ist eine kleine Stadt mit 9000 Einwohnern. Bekannt ist der Ort durch den jaehrlich statt findenden Ute Muster. Ein Ute Muster ist eine australische Veranstaltung, die eine grosse Anzahl von Ute Besitzern und Fans anlockt. Ute ist kurz fuer Utility Vehicle, was soviel bedeutet wie Nutzfahrzeug. Ein typischer Ute in Australien sieht so aus:

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Der eigentliche Grund fuer unseren Stopp in Deni, wie  Deniliquin von Ansaessigen genannt wird, ist allerdings Benzin. Nach der Landung koennen wir aber die Zapfsaeule nirgends entdecken. Auf der Suche begegnen wir einem etwa 50 Jahre alten Herren, der uns anbietet uns in die Stadt zum Ute Muster zu fahren. Unser Plan waere dort zu Mittag zu essen. Das Angebot nehmen wir dankend und und bekommen so eine Gratis-Tour durch Deniliquin. Unser Chaufeur scheint sich sehr gut auszukennen und unterhaelt uns mit allen moeglichen Fakten rund um Deniliquin. An der Veranstaltung angekommen erleben wir aber unsere erste Enttaeuschung. Ein Ut -Muster scheint nichts anderes zu sein, als ein grosses Rockfestival mit Bands und Camping im Match. Man verlangt von uns 160 $ Eintritt und laesst sich nicht darauf ein, uns nur zum Mittagessen einzulassen. Unser Fahrer schlaegt statt dessen vor uns zu einem Pub zu fahren. Wir koennten dann danach mit einem Taxi zurueck zum Flughafen. So machen wir es dann.

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Wir werden zum Railway Hotel gefahren, das von aussen wie ein gewoehnlicher australischer Pub aussieht. Innen erwarten uns jedoch fein gedeckte Tische und das Essen, das wir bestellen, ist sehr gut. Nach dem Essen rufen wir uns ein Taxi, lassen uns zurueck zum Flughafen fahren und Adrian fliegt uns zu unserem letzten Tagesstopp, an dem wir uebernachten werden.

Philip Island

Philip Island liegt ungefähr 120 km südöstlich von Melbourne und ist bekannt für die Pinguin Parade und seine Rennstrecke. Morgens ziehen ganze Gruppen von Zwergpinguinen zusammen über den Strand von ihren Behausungen an der Küste ins Meer, um dort Fisch für sich und ihre Jungen zu fangen. Am Abend kehren sie dann wieder zu ihren Bauten an der Felsküste zurück. Zu den Pinguin-Wanderzeiten finden sich viele Touristen an der Küste ein, um dieses Ereignis zu beobachten.

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In den letzten Tagen hat es auf Philip Island sehr viel geregnet und die Kies Landebahn ist feucht und das Gras drumherum matschig. Nachdem uns Adrian sanft gelandet hat und er versucht zu wenden, passiert das Unglück: Wir stecken fest. Das linke Rad ist im feuchten Gras versunken. Wir steigen alle aus und versuchen das Flugzeug irgendwie aus dem Morast wieder auf den Kies zu bringen. Irgendwie schaffen wir es dann tatsächlich nach einigem hin und her das Flugzeug zu befreien und es steht wieder sicher auf festem Grund. Wir beschliessen einstimmig, dass dies die Größte Anstrengung dieser Reise bleiben soll.

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Philip Island ist so gross, dass es einige kleinere Dörfer auf der Insel gibt. Unser Hotel liegt Cowes. Wir lassen uns von einem Taxi vom Flugplatz zum Hotel fahren und verabreden uns direkt nach dem Check-In zum Abendessen. Auf der Suche nach einem Restaurant klappern wir die gesamte Promenade von Cowes ab und entscheiden uns dann für einen Italiener. Ein sehr guter Start für die Safari bisher. Ich bin gespannt was die nächste Woche bringt. Ich bin besonders aufgeregt, weil wir beschlossen haben, dass ich am nächsten Tag als erstes Fliege und uns vom Festland Australien’s nach Tasmanien bringe. Für die Strecke über Wasser gibt es besondere Prozudueren, die man einhalten muss. Aber davon im nächsten Teil mehr.

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Tja … ha — HA!

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Wenn die das schon wissen …

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Besuch in Orange


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Versuch zwei von mir irgendwo hin zu navigieren. Das hat schon deutlich besser geklappt als letztes mal, vor allem weil wir diesmal auch gelandet sind. Das kann man übrigens schön in der Karte sehen. Die linke Schleife ist der Landeanflug.

Blau ist die geplante Route, rot ist das was ich wirklich geflogen bin. Die blaue Linie nach Katoombo stimmt nicht, die zeigt nämlich auf den Flughafen da, da wollten wir aber nicht hin. Die rote Linie ist genauer, wir sind da über einen Peilsender geflogen.

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Wo geht es denn hier nach Crookwell?

Nach etwas längerer Flugpause, bedingt durch WM, Krankheit und schlichter Faulheit, habe ich heute endlich meinen ersten Navigationsflug gehabt. Ich hab das ganze per GPS aufgezeichnet und diese Karte daraus erstellen lassen:


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Zugegeben, das ganze sieht ein bisschen eierig aus, dafür ist das aber komplett ohne neumodischen Schnickschnack wie GPS oder anderweitige Triangulation entstanden. Einzige Hilfsmittel: eine Karte, Bleistift, Anspitzer, Lineal, Taschenrechner, Radiergummi und Uhr. Ja, man trägt jetzt wieder Armbanduhr.

Zuerst einmal bereitet man den Flug vor und malt sich hübsche gerade Linien von Punkten A nach B, die man gerne anfliegen möchte. Dann liesst man die Entfernungen und Richtungen ab und berechnet mit Hilfe des Wetterberichts – insbesondere dem Wind – wie lange man von A nach B braucht und nimmt sich dann ganz fest vor eine gerade Linie zu fliegen.

Das gestaltet sich in der Praxis allerdings etwas komplexer, als ich es von Computerspielen gewohnt bin. Auf den Linien, die man sich in der Karte einzeichnet macht man sich Markierungen, wo man erwartet zu einer bestimmten Uhrzeit zu sein (man weiss ja wie schnell man plant zu fliegen). Und dann guckt man aus dem Fenster und versucht herauszufinden ob man wirklich dahin fliegt, wo man hin wollte.

Auf Flugkarten sind deshalb auch markante Merkmale eingezeichnet: grosse Strassen, Flüsse, Bahnstrecken, Radiotürme, Stromleitungen, Minen, und auch grosse Fabriken, die man eindeutig als solche erkennt. Ich erkannte auf der kannte, dass sich links von uns Windkrafträder befinden müssen. Und versuchte verzweifelt diese zu finden. Mein Fluglehrer hat sich zu dem Zeitpunkt dazu entschieden mich nicht darüber zu informieren, dass das Symbol auf der Karte mitnichten für Windkrafträder steht, sondern für eine Mine. Statt dessen verkündet er mir voll Genuss, dass ich in die Falsche Richtung fliege. Sadist! Nächstes mal werde ich absichtlich immer hoch und runter fliegen und ganz unschuldig tun. Hoffentlich wird ihm schlecht.

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Ich geh dann mal ein Schiff taufen


Rainald Grebe fand ich irgendwie schon immer toll. Ich weiss noch, dass ich mir vor ‘zig Jahren mal eine CD direkt bei ihm bestellt habe. Die kam dann nicht wie versprochen per Post, nachdem ich ihm zehn Mark ueberwiesen habe. Da hab ich dann freundlich nachgefragt und Rainald Grebe hat gesagt er habe mich vergessen.

Ich hoffe das wird was mit seiner politischen Karriere, dann kann ich meinen Nichten und Neffen von der Geschichte erzaehlen, wie mich der Praesident mal vergessen hat.

Und hier mein allerliebster Favorit: Dööööööööööörrrrthee

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Völlig entspannt geht mir auf den Keks

Australier sind dafür bekannt, dass sie so entspannt sind, “Laid back” wird das genannt. Ich glaube für uns Deutsche entsteht der Eindruck vor allem dadurch, dass das viel mehr Leute bei schönem Wetter in Strand nähe wohnen und jedes Wochenende zum Urlaub erklären. Da lässt man sich dann natürlich durch nichts aus der Ruhe bringen und es kann schon mal passieren, dass man den Spirit mit in die Arbeitswoche nimmt, wo es dann ganz locker so weiter geht.

Unter der Haube geht es dann aber schon deutlich strenger zur Sache. Was Behörden und Bürokratie angeht, muss sich Australien nicht verstecken. Da könnten wir uns wahrscheinlich noch eine Scheibe von abschneiden – na lieber nicht! Ich stosse jetzt noch regelmässig auf Regelungen, die uns merkwürdig vorkommen. Man muss wissen, dass Australien kein Gegenstück zum Personalausweis hat und auch keine Meldepflicht. Um seine Identität und seinen Wohnort nachzuweisen, muss man in der Regel eine bestimmte Anzahl von Punkten erreichen.

Zum Beispiel 100. Ein Reisepass gibt 40, ein ausländischer Führerschein 20, eine Wasserrechnung der Wohnung mit aktueller Adresse noch mal 20, ein Kontoauszug 10 … und so weiter. Das kann für Ausländer, die gerade ins Land gezogen sind, zu kuriosen Situationen führen. So bekommt man eine Wohnung nur, wenn man ein Bankkonto hat und eine Handyrechnung, das Handy nur, wenn man eine Wohnung und ein Konto hat. Ein Konto kann jeder eröffnen (das sollte einem zum Denken bringen).

Und wem dann nicht schon zu viel ist, der trifft dann auf Korinthenkacker. Ich hab vor zwei Wochen einen Haufen Unterlagen an eine Behörde geschickt. Insgesamt drei Formulare und 3 Identitätsnachweise. Davon wurden zwei Anträge abgelehnt, weil sich der primäre Nachweis – Kopie meines Reisepasses – nur in einfacher Ausführung in den Anhängen befand. Ein tertiärer Nachweis wurde ignoriert, weil keine Adresse drauf steht. Also wieder alles von vorne ..,

Da kann man sich schon wundern. Oder, meine aktuelle Lieblingsgeschichte vom Lieferwagenfahrer. Besagte Person arbeitet für die australische Version von DHL und fährt seit drei Tagen meinen bestellten Fernseher durch meine Nachbarschaft. Am ersten Tag war ich nicht zu Hause, hab nämlich nicht damit gerechnet, dass der so schnell geliefert wird. Bei der Online-Nachverfolgung steht der Status: “Kein Zugang zum Grundstück”. Na gut, war ich ja auch nicht zu Hause. Abends rufe ich an, um sicher zu stellen, dass noch einmal versucht wird den Fernseher zuzustellen. Dem sei so. Ich nehme also den Tag frei und sitze zu Hause rum und beschäftige mich hauptsächlich damit die Seite der Sendungsnachverfolgung zu aktualisieren. Um 20.12 Uhr habe ich aufgegeben, und glaube nicht mehr, dass die Lieferung noch kommt. Auf der Seite steht aber noch: “Wird zugestellt.” Um 20.13 Uhr springt die Anzeige um, und verlautet: “15.55 Uhr, Kein Zugang zum Grundstück”.

Was?! Wieso hat es über vier Stunden gedauert, das zu aktualisieren. Ich könnte wahrscheinlich an der Antarktis mit einem geeignetem Gerät in Echtzeit meine Mails lesen. Erst dann stelle ich mir die Frage, warum keiner bei mir geklingelt hat und was das mit dem Zugang zum Grundstück eigentlich bedeuten soll. Ich habe so langsam die Vermutung, dass der Typ einfach keinen Parkplatz gefunden hat und keinen Bock hatte die paar Meter mit dem Fernseher zu gehen und einfach wieder abgedüst ist.

Am nächsten morgen rufe ich wieder an und erkundige mich, was dass jetzt heisst. Meine Vermutung wird bestätigt. die Meldung hat nichts damit zu tun, dass ich nicht zu Hause war. Man fragt mich, ob es in meiner Strasse eine Baustelle gäbe, die den Zugang zum Haus verhindert. Nö, sage ich, ich fände das auch sehr komisch. Was man denn da machen könne? Die Frau ist ratlos und ich schlage vor, dass ich ihr ja meine Handynummer geben könnte. Kann sie die nicht an den Fahrer geben, der könnte mich dann anrufen? Gute Idee, so machen wir das!

Ab jetzt läuft’s. Ich werde im 30 Minuten-Takt zurück gerufen und auf dem Laufendem gehalten. “Ja, den Fahrer hätte sie immer noch nicht erreicht.” Jetzt wurde er erreicht, der hält sich noch zwei Stunden in meiner Umgebung auf, hier ist seine Nummer, wäre ich denn zu Hause. Ich will endlich den Fernseher haben und entscheide mich um 13 Uhr Feierabend zu machen und schnell nach Hause zu fahren. Dort angekommen rufe ich den Fahrer an. er beschwert sich, wie schwer es wäre einen Parkplatz zu bekommen. Aha, ein weiterer Mauerstein für meine Theorie.

Ich schlage vor, dass er mich anrufen könnte wenn er kommt, dann käme ich zur Strasse. um das Paket von ihm abzuholen. Oh das wäre ja so nett von mir. Gesagt, getan. Fünfzehn Minuten später treffen wir uns an der Strasse. Er weint sich bei mir aus, wie schwer sein Leben wäre. Er wäre ja schon die letzten Tage immer mal hier vorbei gefahren. aber es war nie ein Parkplatz frei, da ist er dann einfach weiter.

Mir steht der Mund offen und ich weiss nicht was ich sagen soll. Ich weise noch mal darauf hin, dass ich extra frei genommen habe und auch jetzt einfach so von der Arbeit abgehauen bin. Jaja, das Leben sei schon hart, man könne sich gar nicht vorstellen, wie viel Stress der Herr Auslieferer ausgeliefert sei.

Ich geh schnell in die Wohnung und schliesse lieber den Fernseher an.

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Die Gegend kennen lernen

Heute habe ich begonnen die Trainingsarea kennen zu lernen. Es gibt ein paar Punkte in der Umgebung, ueber die man fliegen muss, wenn man auf dem Flugplatz in Camden landen moechte. Man muss sich dann, wenn man einen der Punkte erreicht hat, beim Tower melden und seine Absicht zu landen uebermitteln. Auf der Karte kann man sehen, wie wir drei der Punkte in der Umgebung angeflogen und umkreist haben, um dann zum Flugplatz “zurueck zu stuerzen”.


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Das Ungeziefer und Ich

Wir haben einen Deal. Das Ungeziefer und ich!

Beide Parteien wissen um die Existenz des anderen. Beide Parteien empfinden das Aussehen der jeweils anderen Partei als groteske Zumutung. Dennoch bestreitet keine Partei die Daseinsberechtigung der anderen Partei.

Der Deal geht so: mir gehoert der Tag, dem Ungeziefer die Nacht. Soweit so gut, bis ich am Wochenende mal Nachts in die Kueche muss, um mir noch einen GinTonic(TM) aufzufuellen. *Schuettel* Ueberall Beinchen und Fluegelchen…

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