Geschrieben von Björn | Abgelegt in Banales
Es ist Samstag morgen 5 Uhr 45. Während normale Menschen schlafen oder gerade von einer durchfeierten Nacht nach Hause kommen und sich ins Bett legen, steht der gemeine Angler auf. So wie Björn, der sich diesen Morgen ganz besonders auf seinen ersten Angelausflug freut. Er schmiert sich schnell ein paar Brote packt seine Sachen und los geht’s. Nicht ohne noch einmal alles doppelt und dreifach zu überprüfen – wäre doch blöd gerade jetzt etwas zu vergessen.
Am Hower See war Björn noch nie, aber er ist den Weg dorthin vorher mehrmals in Gedanken durchgegangen. Hat sich bestens vorbereitet und der Weg ist eigentlich auch ganz einfach: rauf auf die A25, Abfahrt Bergedorf runter, dann 6 km geradeaus und dann ist man auch schon am Pachtsee. Kein Wunder also, dass er den Weg nicht auf Anhieb gefunden hat, sondern eine Viertelstunde durch Howe kurvt, bevor er den gut ausgeschilderten See findet.
Dort warten auch schon Wolfgang, Tjard und Markus die mit betont professioneller Gelassenheit ihr Equipment vorbereiten. Um halb Acht ist auch Björn bereit seine Angel auszuwerfen. Ganz locker, wie er es in der Theorie gelernt hat, es kommt alles aus dem Handgelenk.
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Er holt aus und läßt die Rute nach vorne schnellen. Die Wasserkugel saust durch die Luft, fünf, zehn, fünfzehn Meter, dann landet sie mit einem Platsch im Wasser. Stolz blickt sich Björn um. Markus nickt anerkennend: "Ein sehr guter Wurf – nur dein Haken und der Köder sind am Stuhl hinter dir hängen geblieben."
Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Das Björn etwas später einen Schritt zu weit ins Wasser geht und sich sein rechter Gummistiefel gluckernd mit Wasser füllt beunruhigt ihn kaum. Warum sollte man sich den sonnigen Frühlingsmorgen von etwas kaputt machen lassen, dass auch Profis regelmäßig passiert?
Sechs Stunden später und nach einem lustigen Morgen am See wird alles wieder zusammengepackt. Nur Wolfgang hat eine Forelle aus dem See geholt, die er am Schlachtplatz ausnimmt. Auch die anderen Angler berichten von einem schlechten Morgen, kaum jemand hat heute etwas gefangen. Nichts destotrotz hat Björn Blut geleckt und wird wieder herkommen. Vielleicht fängt er dann auch einen Fisch. Ist aber auch nicht so wichtig – "Es geht darum Eins zu werden mit der Natur und einfach mal nichts zu tun", sagt er. Wer’s glaubt.
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