Erzwungene Entspannungspause

Der Frühling scheint es sich nun in Hamburg gemütlich zu machen. Es herrschen milde Temperaturen und die Sonne scheint den ganzen Tag. Die bräune, die ich mir in meinem Wintersporturlaub angeeignet habe – natürlich penibel darauf achtend nicht mit dem verräterischem Waschbärgesicht nach Hause zu kommen – muss gepflegt werden. Ich nehme mir meinen iPod und einen Teil der Zeitung und mache es mir auf dem Balkon bequem.

Kurze Zeit später verabschiedet sich mein Mitbewohner ordentlich, und meldet sich an der Balkontür ab. Es geht für ihn zum Fitness. Sport war noch nie mein Ding, also lese ich gemütlich weiter und genieße die gerade so wärmenden Sonnenstrahlen. Ein paar Seiten später ist der Zeitungsteil geschafft und ich brauch Nachschub. Nur doof, dass ich beim Versuch in die Wohnung zu gehen feststelle, dass mein Mitbewohner die Balkontür verschlossen hat.

Na toll, wie lange ist der jetzt noch weg? Zwei bis drei Stunden vielleicht, beim Nachbarn ist auch Niemand und aus dem fünften Stock klettert man nicht ohne lebensbedrohliche Situation an der Fassade entlang. Ich entscheide mich für ein Nachmittagsschläfchen. Geweckt werde ich einige Zeit später durch Kälte, die mir am Rücken hinaufkriecht. Scheiß Wind! Die Sonne hat an Kraft verloren und ich habe keine Uhr. Wieviel Zeit mag bereits vergangen sein?

Ich versuche die vergangene Zeit von nun ab in Lieden zu zählen. Geschätzt läuft jeder Song etwas über drei Minuten, also nur noch 40 Songs bis zur Erlösung. So döse ich weiter vor mich hin. 12 Lieder oder geschätzte 40 Minuten später bin ich in einem halbwachen Zustand der Meditation und mentalen Klarheit. Kennt ihr diesen Moment in dem einiem Geistesblitze durch den Kopf schießen und Probleme gelöst werden, die einen den Tag lang beschäftigt haben? Eben so ein Funke des Wissens breitet sich in meinem Kopf aus: mein iPod hat ja 'ne Uhr!

Von da ab hab ich nur noch die Minuten gezählt, und nach knapp drei Stunden kam Pietsch dann endlich vom Fitness zurück und hat mich wieder in die Wohnung gelassen. Wenigstens hatte er ein schlechtes Gewissen.

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Eigenen Senf dazu geben