Archiv für Dezember, 2007

Unbezahlbar

Heute gab es bei meiner Oma ein nachträgliches Weihnachtsessen, lecker Gans. Während des Essens kommt das Gespräch auf ihren neuen Telefonanbieter, sie sei jetzt zu Alice DSL gewechselt. "Na Mensch, da haste doch auch Internet", sage ich zu ihr. Sie behauptet allerdings, dass sie einen Vertrag hätte, in dem DSL nicht enthalten sei. "Kann ja sein", denke ich, finde es aber trotzdem merkwürdig.

Etwas später dann erzählt sie beiläufig, das Alice ein Saftladen sei. Zuerst musste sie den Anschluss zweimal bestellen, weil es beim ersten mal nicht geklappt hatte. Alice verschlampte den Antrag. Und dann habe sie auch noch so andere Geräte für das Internet zugeschickt bekommen, obwohl sie das aber laut Vertrag gar nicht abgeschlossen hat.

Da werd ich gleich stutzig: "Zeig mir doch mal die Briefe, die dir Alice geschickt hat." – "Die hab ich nicht, die sind bei deiner Tante, die hat sich darum gekümmert", sagt Oma. "Dann zeig mir mal die Geräte, die dir Alice geschickt hat, das würd ich mir gerne mal ansehen", erwidere ich mit dem Plan den Splitter und das DSL-Modem einfach mal anzuschließen. Wenn die Lampen alle grün leuchten hat Oma Internet.

Kurze Zeit später sitze ich mit dem DSL-Zubehörkarton im Wohnzimmer und packe die Sachen aus. Der Splitter fehlt. "Oma, hast du hier schon ein Gerät rausgenommen und angeschlossen?" – "Nein, nein auf keinen Fall, es wurde nichts geändert!" Komischerweise befindet sich aber ein kleiner Karton mit der Aufschrift Splitter im Karton, der leer ist. Irgendwo muss der Splitter doch sein, schließlich wird ja kein leerer Karton verschickt.

Ich begebe mich also zur Telefondose und schiebe den Schrank weg, der davor steht. Dahinter befindet sich bereits an die Wand montiert der Splitter. Allerdings nicht angeschlossen. "Also Oma, der Splitter ist hier an der Wand, dass muss doch jemand gemacht haben. War Andrea vielleicht hier dran und hat den angebaut und du hast es nur vergessen?" – "Auf gar keinen Fall, da war niemand dran", beteuert Oma. Zwischenzeitlich hat mein Opa auch das Zimmer betreten und der Unterhaltung zu gehört. Er sagt: "Also hör mal, du hast das doch da angebaut, als die das umgestellt haben und das Telefon nicht ging!" Oma ist entsetzt: "Oh wirklich?!"

Benzinkosten zu Oma: Unter 10,- €. Dieses Erlebnis: Unbezahlbar!

Meiner Eltern hatten ihren Laptop dabei, weil ich da noch einiges einstellen musste. Ich hab dann den Splitter und das Modem sowie den Laptop angeschlossen. Alle Lampen leuchten grün. Gespannt erstelle ich eine neue PPPoE Verbindung und verwende die Telefonnummer meiner Oma als Benutzername – für Alice braucht man ja kein Passwort mehr. Und siehe da es geht! Mal davon abgesehen, dass ich mir das schon gedacht hatte, bin ich dann nochmal zur Kontrolle auf die Alice Homepage gegangen: es gibt keinen Tarif ohne Internet. Seufz.

Im Laufe der Woche bekommt Oma jetzt noch einen WLAN-Router und einen entsprechenden USB-Stick für ihren PC. Dann kann ich mit ihr auch skypen …

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Was für ein Abend

Ich könnte jetzt über alles mögliche schreiben. Zum Beispiel über den Lunch 2.0 heute in Hamburg oder den hinterher statt gefundenen Workshop mit Schülern und Mitgliedern der Handelskammer Hamburg. Statt dessen gibt es etwas anderes, das alles andere heute erlebte verdrängt.

Nach dem Workshop haben wir es uns noch in CoreMedias Chill-Out etwas gemütlich gemacht, um den Abend bei einem Bierchen ausklingen zu lassen. Später wollte ich dann meine Sachen aus meinem Büro holen und stelle mit Erschrecken fest, dass der Raum abgeschlossen ist. Ich hab keinen Schlüssel. Aber Björn ist ja auch noch da, der hat einen Schlüssel, aber ich ahne schon, dass er den nicht dabei hat. Wieso auch, man trägt ja auf der Arbeit nicht den Schlüssel mit sich rum, der letzte schließt die Tür ab. Und wer auch immer abgeschlossen hat, dachte wohl er sei der letzte, war er aber nicht!

Pessimistisch frage ich Björn nach seinem Schlüssel, er schüttelt nur traurig den Kopf. Aber hey, unser CEO ist auch noch da, der hat doch einen Generalschlüssel – den muss er doch haben! Pustekuchen, sein Schlüssel öffnet unsere Bürotür nicht, wir arbeiten anscheinend im Hochsicherheitstrakt von CoreMedia, und nur besonders bevollmächtigte Personen erhalten Zugang. Hab ich schon erwähnt, dass ich keinen Schlüssel habe?

Nächster Anhaltspunkt, Sven anrufen. Erstens hat er vorhin abgeschlossen, zweitens wohnt er von den übrigen Schlüsselbesitzern am nächsten an der Firma. Die anderen beiden in Schwarzenbek und Kiel. Weiter weg geht auch kaum. Doch keiner von uns hat Svens private Handynummer. Diese lässt sich auch durch uns nicht im Intranet-Wiki finden. Was nun?

Wir sind immer noch ruhig und in keinster Weise in Panik, obwohl sich in dem Raum alles befindet: Schlüssel, Jacken, Taschen, Geld … Als Fallback kommt gegen 23 Uhr die Putzfrau, die muss doch einen Schlüssel haben – muss sie doch, oder? Auf jeden Fall wollen wir nicht bis 23 Uhr warten und rufen den Sicherheitsdienst an, der hat bestimmt einen Schlüssel – also der muss doch jetzt wirklich einen Schlüssel haben.

30 Minuten später steht der Wachdienst bei uns im Büro – ohne Schlüssel. Er habe keinen, nur die Zugangskarte, die alle automatischen Türen öffnet, ohne die Alarmanlage auszulösen. Mist! Voller Mitleid verabschiedet sich der Wachmann wieder und wir sind immer noch keinen Schritt weiter. Ich will nicht im T-Shirt durch die Kälte nach Hause laufen.

Während wir auf die bestellte Piza warten, telefoniert Björn die Auskunft ab und versucht Telefonnummern herauszufinden. Bei einem Kollegen hat er endlich Glück und findet seine Festnetznummer. Er wohnt leider viel zu weit weg, um noch vorbeizukommen, aber vielleicht hat er die Handynummer von Sven. Er hat sie und wir rufen Sven an: Mailbox. So richtig überrascht uns das jetzt auch nicht mehr. Wir haben uns damit abgefunden bis 23 Uhr zu warten und ich rechne ehrlich gesagt auch damit, dass die Putzfrau dann genau den Schlüssel zu unserem Büro vergessen hat.

Björn hat zum Glück noch eine DVD dabei, die er nicht im Büro liegen hatte und wir wollen uns die Zeit mit Film schauen überbrücken, brauchen wir also nur noch einen Laptop. Nachdem wir etwas am Empfang herumgesucht haben, finden wir den Schlüssel zum Schrank in dem die Präsentationsnotebooks augbewahrt werden. Gerade als Björn den den Schrank aufschließt und ich den Laptop herausnehme fällt Björn ein Schlüsselbund ins Auge. Die unglaubliche Beschriftung: "Büro Support/IT". Man, das ist doch unseres.

Wir hetzen zu unserer abgeschlossenen Tür und Björn steckt den Schlüssel ins Schloß. Er traut sich aber nicht den Schlüssel gleich zu drehen, sondern starrt mich gebannt an. Wir atmen beide tief ein und halten die Luft an … der Schlüssel lässt sich drehen und die Tür schwingt auf. Wir gehen beide ohnmächtig zu Boden.

Ungefähr eine halbe Stunde später erwachen wir beide zeitgleich packen unsere Sachen und machen uns noch benommen auf den Heimweg.

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Große Irrtum

Ich nehm alles zurück, was ich jemals über Gnome gedacht habe. Jahrelang war ich ja ein KDE Anhänger und ich muss sagen, es gab einfach ein paar Dinge, die mir besser gefallen haben. In der aktuellen Version ist mir das aber einfach zu träge gewesen und mit Compiz Fusion + KDE hatte ich total die Probleme. Es ist zum Beispiel abgestürzt, wenn ich Videos wieder gegeben habe. Und selbst ohne Compiz hatte ich einige Grafikfehler. Das hat geflackert und gezuckt, das es gestört hat.

Nun habe ich mal Gnome installiert. Das ist ja sowieso das tolle an (K)Ubuntu, dass man einfach mal wechseln kann. Ein apt-get install gnome reicht da aus. Und was soll ich sagen. Ich bin sowas von positiv überrascht. Gnome hat ja Riesenfortschritte gemacht.

Das System läuft total schnell und flüssig. Integriertes Compiz macht alles total lecker. Und Videos kann ich nun auch wieder abspielen. Super geil, weiter so!

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Stress wo keiner ist

Ist ja schon erstaunlich wie sehr man unterbewusst in Stress gerät obwohl man objektiv gar keinen hat. Ich denke das ganze wird dadurch ausgelöst, dass in kurzer Zeit viele neue Dinge auf mich zu kommen. Zum einen habe ich meine berufliche Rolle gewechselt. Während ich in meiner alten Routine hatte und mit den Werkzeugen und Umständen mittlerweile wie im Schlaf zurecht gekommen bin, ist nun alles anders. Hinzu kommt, dass ich auch noch mein Arbeitsgerät getauscht habe. Statt eines PCs mit Riesenbildschirm ein Laptop – kleine Monitore üben Stress auf mich aus; wohin mit den ganzen Fenstern? Ein neues Handy. Alles Sachen die unterbewusst zu Stress führen, weil man sich erst einmal daran gewöhnen muss. Dann noch die Abgabe der neuen Aufgaben und das zurecht finden in den neuen.

Und wäre das noch nicht genug, fahre ich auch noch im Januar nach Asien. Das hat sich so kurzfristig ergeben, dass die Reisevorkehrungen auch erst einmal überwältigend wirken. Woran man nicht alles denken muss: Impfungen, Klamotten, persönliche Gegenstände und dann natürlich noch die digitalen Entertainment-Daten. Was nehm ich auf meiner externen Festplatte mit und was muss ich zu Hause lassen.

Tja Leute, Probleme kann man haben, nech? Zudem ist diese Art von Stress doch irgendwie voll abgefahren. Wer bisher dachte ich wäre nicht wichtig, dem zeig ich nun das Gegenteil!

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