Geschrieben von Björn | Abgelegt in Allgemein
Anhand dieses Artikels bei Spiegel Online lässt sich der Unterschied zwischen Asien und dem Westen sehr schön erläutern. In dem Artikel geht es um Fahrstuhltechnik. Kurz: warum Fahrstühle so ineffizient sind. Sie werden einfach falsch bedient oder lassen fortgeschrittene Bedienung gar nicht erst zu.
Es werden zum rufen sowohl hoch als auch runter Knopf gedrückt, so kommt der Fahrstuhl angeblich schneller. Das man dann aber in einen Fahrstuhl steigt der auf hoch programmiert ist, man aber runter möchte, wird schlichtweg nicht beachtet. Außerdem kann man einmal gewählte Stockwerke nicht wieder abwählen, Knöpfe zum Türschließen gibt es nicht, oder sind nicht funktionsfähig. Im Artikel wird auch gleich eine Begründung mit geliefert:
Fürchten die Bauherren den Krieg in ihren Liftanlagen? Ein Horror-Szenario: Menschen in gefühlter Eile wählen alle ausgewählten Etagen außer ihrem Ziel ab. Jede Fahrt im Lift mit Abwahlfunktion treibt den Adrenalinpegel hoch: Die Insassen belauern das Bedienpult, prüfen nach jedem Zwischenstopp, ob neu Eingestiegene wirklich nur eine Etage aus- und nicht vielleicht doch heimlich alle anderen abwählen…
Ganz anders in Asien! Die Menschen hier sind besessen von Fahrstuhlknöpfen. Insbesondere Tür schließen Knöpfe haben es den Leuten angetan. In der Regel wird der Knopf aktiviert noch bevor ein Stockwerk gewählt wird. Und das so routiniert, dass ich selbst mit mentaler Vorbereitung beim einsteigen mit der durchschnittlichen Betätigungs-Geschwindigkeit der Einheimischen nicht mithalten kann. Das ich dann eben gerade auch noch herausgefunden habe, dass man in den Fahrstühlen an meinem Arbeitsplatz gewählte Stockwerke auch wieder abwählen kann, hat mich gar nicht überrascht.
Das das ganze dazu führt, das Fahrstuhlfahren zu einem wahren sozialem Event führt, ist eigentlich die Krönung. Hier werden die Knöpfe zuvorkommend bedient, damit auch ja alle noch mitkommen. Von Krieg keine Spur. Es herrscht nicht einmal diese peinliche Stille, die im Westen mit dem "Girl von Ipanema" so gerne untermalt wird.