Geht’s eigenlich noch?
Geschrieben von Björn | Abgelegt in Banales, Reisen
Bisher stand der Flughafen Frankfurt a. Main ganz oben auf meiner Liste der schlimmsten Flughaefen. Das war bevor ich vom Internation Airport Dulles in Washington, D.C. abfliegen musste. Vielleicht bin ich auch einfach zu bloed, aber fangen wir mal vorne an.
Ich komm im Terminal an und suche den Schalter zum einchecken. Nun habe ich zwar ueber Lufthansa gebucht, aber der Flug wird von United Airlines durchgefuehrt. Beide Fluglienen haben einen Schalter in diesem Terminal. Mein Gefuehl treibt mich zu Lufthansa. Dort allerdings, gaehnende Leere, keine Lebenszeichen. Ok, dann eben bei UA mein Gepaeck aufgeben. Ich stelle mich dort also brav an und wundere mich noch, dass das hier ganz schoen voll ist. Dann hoere ich wie die Schalterbeamtin die Personen vor mir abweist, das hier waeren die Schalter fuer nationale Fluege, die fuer Internationale Fluege seien auf der Rueckseite. Tatsaechlich, da steht es ja auch, deutlich und unauffaellig ueber den Schaltern: "National".
Auf der Rueckseite deutlich weniger Menschen. die sich aber ungewoehnlich benehmen fuer Menschen die Gepaeck aufgeben wollen. Kleine Gruppen von Menschen stehen vor Waagen mit Touchscreens und UA Mitwarbeiter wuseln durch die Massen und bruellen Kommandos: "Naechster BITTEEEE!" und deuten wartende zu frei werdenden Maschinen. Das Wunder der Selbstbedienung hat nun endlich auch den Abflugschalter erreicht.
Kein Problem! Ich kenn mich mit sowas aus, wuchte meinen Koffer auf die Waage und betatsche den Bildschirm, um zu starten. Ich soll mich identifizieren und ploetzlich stehe ich dort wie ein Renter vor Google: Keine Ahnung was von mir erwartet wird. Ich fuehre einfach mal meine Miles und More Karte ein und sehe bei dem Versuch Sicherheit auszustrahlen anscheinend so hilflos aus, dass ein freundlciher Mitarbeiter auf mich zu kommt, mir meinen Reisepass aus der Hand nimmt und diesen auf einen Scanner presst, den man nicht besser neben dem Automaten haette verstecken koennen. Nicht das da noch einer auf die Idee kommt, der Scanner koennte dazu gehoeren. Desweiteren scheine ich aber kompetent genug zu wirken, so dass ich sofort wieder alleine gelassen werde. Auf dem Bildschirm sehe ich nun die Meldung, dass ich hier nicht einchecken kann, ich muss das bei Lufthansa tun.
Klar! War ja auch mein erster Impuls, vielleicht haben die bei Lufthansa vorhin gerade eine Kaffeepause gemacht und ich war einfach nicht geduldig genug. Also schiebe ich mein Gepaeck zurueck zu Lufthansa. Aber hier sieht es immer noch so aus wie in Mexiko beim Ausbruch der Schweinegrippe, keine Menschenseele da. Durch den Automat bestaerkt, dass ich aber hier einchecken muss, irre ich noch weiter ziellos umher. Bis mir daemmert, dass ich nur noch 20 Minuten Zeit habe, bis der Flug zum einchecken gesperrt wird. Anstatt in Panik zu verfallen, schlussfolgere ich logisch, dass es demnach unmoeglich sein kann, dass ich bei Lufthansa einchecke. Ansonsten waere da Personal, auf deutsche Puenktlichkeit und Pflichtbewusstsein kann man sich schliesslich verlassen.
Angesichts des Zeitdrucks, halte ich es fuer ueberfluessig weiterhin so zu tun, als wuerde ich wissen, was ich tue. Ich gehe offen auf den erstbesten UA Angestellten zu und bitte um Hilfe, 5 Minuten spaeter bin ich fuer den Flug eingecheckt (allerdings manuell, auch der Mitarbeiter konnte den Automaten nicht davon ueberzeugen mich einzuchecken).
Ausreisen aus den USA ist deutlich einfacher als Einreisen. Der UA Mitarbeiter hat mein Visum abgestempelt, das wurde bei der Handgepaeckkontrolle lediglich von einem Mitarbeiter der Behoerden nur noch mal geprueft. Nun kommen wir zu den Hoehepunkten meiner Dulles Erfahrung. Die Mitarbeiter an der Handgepaeckontrolle muessen anscheinend viel Leid ertragen und werden taeglich mit unfassbarer Dummheit und Sturrheit konfrontiert. Anders kann ich mir die staendig wiederholte Anweisung des Personals nicht erklaeren: "Keine Fluessigkeiten im Handgepaeck. Auch Wasser ist eine Fluessigkeit, wie ich mit meinem Kollegen in einer chemischen Untersuchung herausgefunden haben. Ja wirklich!" Da musste ich das erste mal lachen, seit ich am Flughafen angekommen bin.
Der zweite Hoehepunkt war ein freies Essen bei 
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