Australische Handwerker

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Seit dem ich hier bin habe ich schon einige Geschichten über australische Handwerker gehört. In einem Punkt überschneiden sich aber alle: Handwerker trauen dem Kunden nicht über den Weg und kommen erst einmal kurz vorbei, um sich vom Schaden ein eigenes Bild zu machen – völlig unvorbereitet versteht sich.

Ein Arbeitskollege, zum Beispiel, meldete eine kaputte Fensterumrahmung im Bad, wo beim Duschen ständig Wasser hineinläuft und die Wand beschädigt. Der Handwerker kam fest entschlossen, mit nur einem Schraubenzieher bewaffnet dort and und stellte nur missmutig fest: “Hmm, da kann ich jetzt nichts machen!”

Alle Berichte, die mit zu Ohren kamen, endete mit dieser oder einer sehr ähnliche Pointe, ich habe mir aber nichts weiter dabei gedacht, als mein Duschkopf kaputt ging und ich dies bei der Hausverwaltung meldete.

Keine 48 Stunden später kommt Michael um 9 Uhr morgens bei mir reingestürzt, sprintet ins Badezimmer, hechtet in die Wanne und dreht das Wasser auf. Wasser verteilt sich überall im Bad, nur nicht in der Dusche. Michael schaltet das Wasser wieder aus und stellt zufrieden fest: “Du kriegst einen neuen Duschkopf, ich geh mal einen holen und bin in einer Stunde wieder da”.

Aha, klar, kann ich verstehen. Duschköpfe sind sperrig und umständlich zu transportieren und nach meiner vagen, telefonischen Beschreibung, dass mein Duschkopf kaputt sei, hätte das Problem ja auch ganz woanders liegen können. An der Heizung zum Beispiel. Wie viele vertrottelte Kunden haben da schon Mist am Telefon erzählt, und dann dieser auch noch mit deutschem Akzent. Was können die Deutschen schon, außer pünktlich sein? Eben, nix!

Da hätte ich an seiner Stelle auch keinen Duschkopf einfach mal so mitgenommen. Auch wenn der Auftraggeber ja doch manchmal richtig liegen könnte und man sich so sparen könnte noch mal wieder los zu juckeln … aber hey, das kommt so gut wie nie vor.

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Eigenen Senf dazu geben