Archiv für November, 2011

Tasmanische Air Safari, Tag 3

Leider gab es am Morgen des dritten Tages der Air Safari kein richtiges Frühstück. Uns wurde lediglich etwas Müsli, Milch, Brot und Aufschnitt am Abend vorher ins Zimmer gestellt. Der Plan der Angestellten war wohl morgens noch ihren Rausch auszuschlafen und den Tag frühestens zum Mittag zu beginnen. Schön für sie, spärlich für uns. Unser erster Stopp heute: Three Hummock Island, eine kleine Insel, die direkt nordwestlich vor der Küste Tasmaniens liegt. Sie ist von einem dichten Wald besiedelt und steht unter Naturschutz. Neben einer kleinen Landebahn gibt es nur noch eine grosszügige Lichtung, auf der die Menschen wohnen. Das sind hier das Rangerehepaar Beverley und John O’Brien.

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Die Lichtung auf Three Humock Island

Es hatte die Tage vorher viel geregnet und nach unserer Erfahrung mit der Graslandebahn auf Philip Island waren wir auf das schlimmste vorbereitet. Zuerst überflogen wir die Landebahn ein paar mal im Tieflug, um abzuschätzen ob wir landen könne oder lieber nicht. Das Problem hierbei ist nicht das Landen an sich. Runter kommt man schon irgendwie, und das auch durchaus ohne Unfall. Aber wir hatten auch vor wieder wegzukommen. Und um die Fluggeschwindigkeit unserer Cessna zu erreichen, die vier stattliche Männer mit Gepäck und Käseeinkäufen benötigen, braucht es eine gewisse Landebahnlänge. Zudem sollte die Landebahn vorzugsweise nicht in einem sumpfähnlichen Zustand sein. Letztendlich hat Darren, der erfahrenste von uns, die Entscheidung getroffen, dass die Landebahn sicher zum Landen und Starten ist und wir flogen ein letztes mal um den Platz und setzten dann zur Landung an.

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Landebahn auf Three Hummock Island

Direkt nach dem Aufsetzen achteten wir ganz genau darauf wie weit die Räder im Grass versinken. Letztendlich kamen wir alle zu dem Schluss, dass die Stelle an der wir aufgesetzt waren, am besten zu sein scheint. So sind wir umgedreht und die ganze Landebahn wieder zurück gefahren, um zu parken. Der von uns gewählte Parkplatz war so weit wie nur möglich von der kleinen Strasse entfernt war, die vom Landeplatz zur bewohnten Lichtung führt. Frohen Mutes machten uns zu Fuss auf dem Weg zurück und nutzten die Gelegenheit die Landebahn auf Starteignung zu kontrollieren. Sehr wichtig war es dabei in einer Suchformation zu marschieren, die man von der Polizei kennt, wenn sie ein Waldstück nach wichtigen Beweismitteln durchkämmt. So trotten wir die Landebahn entlang und starrten auf den Boden und gaben dabei Geräusche von uns gaben, die einem Beobachter mitteilen würden, dass wir alles sehr genau untersuchten. Alle paar Schritte etwas auf dem Boden fest zu trampeln oder weg zu treten konnte auch nicht schaden. Als wir uns gerade darauf einigten, dass die Strecke links von der Landebahn am besten zu sein scheint, hörten wir einen Wagen die Strasse entlang kommen.

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In Suchformation

Es waren Beverley und John, die uns mit ihrem Geländewagen abholten. Nach einer freundlichen Begrüssung und etwas Smalltalk schlug John vor, dass er mit uns die Landebahn abfahren könne. So könnten wir sicher gehen alles gesehen zu haben, um die bestmögliche Entscheidung bezüglich Ideallinie zum Starten treffen zu können. Während John mit uns und seinem Jeep über die Landebahn donnerte, dämmerte es mir wie das Gras zu seinem schlechten Zustand kam. Die Fahrt zur Lichtung, auf der Beverley und John seit zwei Jahren wohnten, dauerte in etwa 30 Minuten. Währenddessen lernten wir einige interessante Fakten über Three Hummock Island. Zum Beispiel, dass die Insel Anfang des Jahrhunderts ursprünglich vom Militär erschlossen wurde, welches die Insel als Funkrelay benutzte. In der neueren Zeit ging die Insel dann an Telstra, die australische Telekom. Die Firma unterhielt hier ebenfalls eine Funkanlage und baute unter anderem die Strasse, auf der wir gerade durch den Wald stotterten. Aber auch Telstra gab die Insel irgendwann auf und kurze Zeit später wurde sie zum Naturschutzpark erklärt. Seit dem wird sie mit strengen Auflagen verpachtet.

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Was für ein Ausblick

Als wir aus dem Wald auf die riesige Lichtung kamen staunten wir sofort über den schönen Meerblick über die Bucht. Am anderen Ende der Lichtung liegt das Haus in dem Beverley und John wohnen. Aber zuerst einmal wurden wir zu den Unterkünften geführt, die man für einen Urlaub mieten kann. Auf der Insel können bis zu acht Personen beherbergt werden. Zum einen gibt es das Cottage, das etwas abseits gelegen ist. Es bittet Platz für eine vierköpfige Familie. Zum anderen ist da das ehemalige Haupthaus, indem bis zu vier Personen in zwei Doppelzimmern untergebracht werden können. Alles ist zwar eher rustikal, aber mit Liebe eingerichtet. Ich kann mir gut vorstellen hier für eine Woche herzukommen, um komplett abzuschalten. Auch für Kindern, die alt genug sind alleine die nähere Umgebung zu erkunden, ist dieser Ort ein Abenteuerparadies. Zum nahe gelegenen Strand braucht man nur fünf Minuten zu Fuss, und es gibt haufenweise Gänse, Pfaue, Wallabies und Sumpf-Hühner.

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Der Strand

Nachdem uns Beverley mit Kaffee, Tee und Kuchen vollgestopft hatte, mussten wir uns leider schon wieder verabschieden. Wir waren alle von der Insel begeistert und versprachen wieder zu kommen und sie an andere weiter zu empfehlen. Dank unserer gewissenhaften Auswahl der Ideallinie verlief unser Abflug reibungslos. Unser nächstes Ziel war Barnbougle, einer der 35 schönsten Golfplätze der Welt. Wir hatten aber leider alle unsere Golfschläger vergessen und so assen wir dort nur zu Mittag. Der an der Küste gelegen Golfplatz ist wirklich schön. Am meisten hat mich das Hotel beeindruckt, dass in eines der Hügel am Golfplatz eingebaut ist. Es erinnerte mich irgendwie an einen James Bond aus den 70ern. Da betten die Bösewichte ihre geheime Basis auch gerne mal in eine Vulkaninsel ein.

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“Mr Bond, schön dass sie mich Besuchen kommen!” *muhahaha*

Ein Mittagessen und einen kleinen Verdauungsspaziergang später flogen wir schon wieder weiter nach Launceston. Im lokalen Sprachgebrauch wird die Stadt liebevoll Launy genannt, was ich irgendwie witzig finde. Ich stell mir vor, dass die Bewohner vielleicht dachten, dass Launceston zu spiessig klingt und deshalb der Stadt einen kumpelhaften Spitznamen gaben. Unser Hotel lag in der Innenstadt, nicht weit von Launy’s Wahrzeichen, der Schlucht, entfernt. Eigentlich war geplant, dass wir die Schlucht noch heute besichtigen wollten, wir waren aber durch unseren ausgiebigen Golfplatzbesuch etwas später als geplant in Launy angekommen. So verschoben wir die Schlucht auf den nächsten Morgen, an dem ich die erste Strecke fliegen sollte. Nach einem grossen Steak zum Abendbrot hatte gerade noch genug Kraft, die Route zu planen bevor ich zufrieden aber hundemüde ins Bett fiel.

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Hotel in Launceston

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