Was fuer ein Stress
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Computersucht
Also das ist natuerlich mal wieder typisch. Ich hatte mir ja vorgenommen, mein Blog auf Wordpress umzustellen und wollte das in Angriff nehmen, wenn ich wieder in Washington bin und Abends Zeit zum daddeln habe. Aber dazu spaeter mehr.
Als ich naemlich damit fertig war, dachte ich mir, dann kann ich ja auch mal den Rootserver reparieren, der da irgendwelche komischen Probleme hat. Gesagt getan.
Das Linuxupdateproblem (Debian und APT argh – funktioniert in Ubuntu echt besser, warum?) konnte ich recht schnell beheben. Das hatte zur Folge, dass der Kernel auf 2.6 upgedatet wurde, was ich vor 2 Jahren schon mal machen wollte, aber dann Bootprobleme hatte. Damals hat mir der Stratokundendienst geholfen, den 2.4er Kernel wieder zum Laufen zu bekommen.
Diesmal gab es aber kein zurueck, die neue glibc sorgt dafuer, dass der 2.4 Kernel nicht mehr geht. PANIC! Kernel too old. Na super, hab aber immer noch das gleiche Bootproblem wie frueher.
Nachdem ich mich gestern mehrere Stunden – gefuehlte Tage – durch Google und in letzter Verzweiflung sogar anderen Suchmaschinen – gewuehlt habe, gab ich ohne nennenswerten Fortschritt auf und schrieb eine Hilfemail an den Stratokundendienst.
Keine Antwort spaeter, aber mit neuem Mut, habe ich mich wieder rangesetzt und konnte erst einmal erfolgreich den kompletten Bootsector zerstoeren, so das gar nichts mehr ging. Mit dem Strato Rescue Kernel und der LILO-Backup-Wiederherstellen-Funktion, konnte ich zum Glueck das schnell wieder reparieren.
Lange Rede, kurzer Sinn, nach etwas ueber 24h, nachdem ich die Haelfte der Linuxseiten im Netz gelesen habe – inkl. der franzoesischem obwohl ich eigentlich nichts verstehe – hab ich das Problem geloest.
Im Endeffekt lies sich das Problem so einkreisen, dass der Kernel zwar bootete, aber dann nicht in der Lage war das Dateisystem einzubinden. Die Loesung war: einige der Debianpakete, die ich installiert habe, ruften mkinitrd auf, um das initrd Image zu erstellen. Fragt mich nicht warum, aber das war defekt, lediglich ein mit initramfs-tools erstelltes Image geht ueberhaupt. Das naechste Problem war dann, dass initramfs zwar LILO aufrief, aber die entsprechende Zeile
initrd = /initrd.img
Oder wo auch immer das erzeugte Image dann liegt, nicht hinzufuegte. Es wurde also gar nicht erst geladen! Darauf muss man erst mal kommen an Hand der Fehlermeldung
[ 3.497470] List of all partitions: [ 3.502263] No filesystem could mount root, tried: [ 3.507406] Kernel panic - not syncing: VFS: Unable to mount root fs on unknown-block(3,3)
Da hier naemlich keine Filesysteme aufgezaehlt werden, vermutete ich die ganze Zeit, dass einfach die ext3 Treiber in dem initrd Image fehlen. Naja, immerhin habe ich dadurch gelernt, wie diese funktionieren. Wie man sie entpackt und debuggt. Auch mal was. Ich hab ja sonst nichts zu tun. Zum Glueck ist jetzt wieder alles Heile und ich kann mich um die Migration meines Blogcontents zu meiner neuen Wordpress Installation kuemmern. Aber dazu spaeter mehr.
Tags: Linux
NFS Mini-Tutorial für Debian
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Banales
Im folgenden ein klitzekleines HOWTO für die Freigabe von Verzeichnissen unter Debian über NFS. Ich bin selber erstaunt gewesen wie einfach es geht, und wie wenig einfache Erklärung ich dafür gefunden habe.Es gibt einen Server, auf dem eine NFS-Freigabe existiert. Diese wird auf dem Client per mount eingebunden.
Installation
Zuerst müssen natürlich alle Komponenten installiert werden, die benötigt werden. Das geschieht unter Debian zum Glück mit dem einen Befehl
apt-get install nfs-kernel-server
Es gibt auch noch einen nfs-user-server. In den Informationen zu dem Paket steht, dass der Userserver langsamer, aber doch besser sei. Im Internet stand der Tenor Userserver Kinderkrams, Kernelserver supitoll. Ich hab mich nicht weiter damit beschäftigt und den Kernelserver installiert.
Konfiguration
Bevor ich erkläre, wie ich das Verzeichnis freigebe und auf dem Client mounte, gehe ich kurz darauf ein, wie ich die NFTS-Partition eingebunden habe.
Windowspartition mounten
Ich wollte gerne das Windowslaufwerk “e:” freigegen. Damit ich es überhaupt lokal gemounted habe, steht in meiner /etc/fstab der Eintrag
/dev/sda1 /windows/e ntfs ro,umask=0277,uid=elien,gid=elien 0 0
Das Laufwerk ist ein SATA Gerät, deswegen /dev/sda1. Einen Überblick über seine Partitionen kann man mit
hwinfo --partition
in Erfahrung bringen. Das Paket kann man mit apt-get install hwinfo installieren, falls es fehlt.
Die Partition /dev/sda1 steht also unter /windows/e zur Verfügung (das Verzeichnis muss natürlich existieren und bei Bedarf angelegt werden). Die Optionen dahinter heißen nichts anderes, als dass das Dateisystem der Partition NTFS ist, und wenn es gemounted wird, dann gehört der Inhalt dem Benutzer “elien” und der Gruppe “elien”.
Server: Verzeichnis freigeben
Als nächstes müßen die Verzeichnisse freigegeben werden. Das geschieht in der Datei /etc/exports. Wer genaueres über das Layout der Datei wissen möchte oder NFS bis zum äußersten ausreizen will, der sollte sich die Manpages von export durchlesen (export(5)).
Jede Zeile beginnt mit dem Namen des Verzeichnises, auf den sich die Freigabeparameter beziehen. Danach stehen dann die Parameter. Abstrakt also:
()
Wobei weggelassen werden können, dann gelten die Parameter für alle – auch das gesamte Internet! In meinem Fall hat die Datei nur einen Eintrag
/windows/e 192.168.1.0/24(rw,sync,no_subtree_check)
Das Verzeichnis wird für alle im lokalen Netz zum Lesen und Schreiben freigegeben. Was sync bzw. async bedeuten hab ich in den Manpages nicht gefunden und auch nicht weiter erforscht. Es kam beim starten des nfs-kernel-servers zu einer Warnung, dass kein sync oder async Parameter gefunden wurde und sync als Default angenommen wird. Um die Warnung zu unterbinden, habe ich deshalb sync in die Parameterliste aufgenommen. Das gleiche gilt für no_subtree_check.
Damit wäre auf dem Server alles eingestellt. Man sollte nun den NFS-Server neustarten:
/etc/init.d/nfs-kernel-server restart
Erscheinen keine Fehlermeldung, dann haben wir alles richtig gemacht ![]()
Client: Verzeichnis einbinden
Auf dem Client binde ich die NFS-Freigabe unter /mnt/ufo/e ein. Das Verzeichnis habe ich natürlich vorher angelegt. Nun mounte ich das Verzeichnis einmal Testweise als root. Im folgenden bezeichnet ufo den Hostnamen meines Linuxrechners. Statt dessen kann man auch die IP-Adresse nehmen, wenn die Auflösung des Hostnamens nicht funktioniert:
mount -t nfs ufo:/windows/e /mnt/ufo/e ls /mnt/ufo/e ...
Nach dem ls kommt dann logischerweise der Inhalt des NFS-Laufwerks. Hat alles geklappt lege ich mir noch in der /etc/fstab einen Eintrag an, damit ich als Benutzer das Verzeichnis einbinden kann, falls ich es brauche. Der Eintrag sieht so aus:
ufo:/windows/e /mnt/ufo/e nfs user,noauto 0 0
Nun reicht bei Bedarf ein einfaches
mount /mnt/ufo/e
und mir steht das Netzlaufwerk zur Verfügung. Anstatt ufo müsst ihr natürlich den Hostnamen eures Servers eingeben, oder die IP Adresse. Unter Gnome erscheint sogar ein schickes Icon dafür auf dem Desktop.
Tja das war’s. Ich hoffe, ich konnte jemandem damit helfen.
Links
Na endlich
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Computersucht
Tags: Linux
iPod Hörbuch unter Linux erstellen
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Banales
Gestern stand ich vor einem Problem. Ich hab da ein tolles Hörbuch geschenkt bekommen, dass ich nun gerne auf meinem iPod hören möchte. Der iPod bietet dafür extra eine Hörbuchfunktion. Dann merkt er sich genau, wo man aufgehört hat zu hören und man kann sogar die Lesegeschwindigkeit beeinflussen, ohne das die Stimmen verzerrt werden. Nur, wie bekomme ich mein Hörbuch ohne iTunes unter Linux da rein? Als MP3 habe ich mir die CDs schon gerippt, wenn ich die nun aber in den iPod importiere, erkennt er es nicht als Hörbuch.
Wir brauchen dazu folgende Programme
- mp3wrap zum verschmelzen der MP3s
- mplayer um MP3 wieder in PCM umzuwandeln
- faac um das PCM in das Hörbuchformat zu konvertieren
Unter Kubuntu (Feisty Fawn) findet man alle drei Programme im Repository und kann sie per APT oder Aptitude installieren.
Mein Hörbuch besteht aus mehreren CDs auf denen sich mehrere Tracks befinden. Ich habe mich dazu entschlossen, alle Tracks einer CD zu einem Hörbuchtrack zu schmelzen. Alle MP3s einer CD befinden sich in einemeigenen Ordner.
Wichtig ist, dass die MP3s die richtigen Dateinamen haben, so dass Sie alphabetisch in der richtigen Reihenfolge aufgelistet werden. Dann benutzen wir mp3wrap zum verschmelzen der MP3s in einem Ordner:
mp3wrap cdX.mp3 *.mp3
Wobei X in diesem Fall für die Nummer der CD steht. Als nächstes müssen wir die verschmolzenen Tracks in das PCM-Format überführen, um Sie später mit faac wieder in das Hörbuchformat kodieren können. Achtung: PCM braucht deutlich mehr Speicherplatz als ein MP3.
mplayer -vc null -vo null -ao pcm:nowaveheader:fast:file=discX.pcm discX.mp3
Mplayer verrät uns auch noch die Konvertierungsdaten des erzeugten PCMs, die Ausgabe sind dann ungefähr so aus
AO: [alsa] 44100Hz 2ch s16le (2 bytes per sample)
Wir merken uns die Zahlen 44100, 2 und 16 und setzen diese entsprechend als faac Parameter:
faac -R 44100 -B 16 -C 2 -X -w -q 80 \
--artist "autor" --album "titel" --title "titel" --track "X" \
--genre "Spoken Word" --year "jahr" \
-o discX.m4b discX.pcm
Die Werte autor, titel, X und jahr sollte man entsprechend ausfüllen. Als Genre kann man sicherlich auch was anderes setzen, ich halte 'Spoken Word' aber für sinnvoll. Die Konvertierung mit faac braucht am meisten Zeit. Mein Rechner schafft die Kodierung in der 22,5 fachen Originalgeschwindigkeit. Interessanterweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich mehrere Tracks parallel kodiere, dass die Geschwindigkeit nicht abnimmt. Es lohnt sich also bei mehreren Tracks den Prozess parallel zu starten.
Die m4b-Datei, die man erhält, befindet sich nun im Hörbuchformat und kann auf den iPod übertragen werden. Ich habe hierzu gtkpod benutzt. Wichtig ist hier, gtkpod mit AAC Unterstützung zu verwenden, wer es selber kompiliert, findet dazu in den Manuals von gtkpod die nötigen Hinweise, unter Ubuntu heißt das Paket gtkpod-aac.
Tags: Linux
Beryl Screencast
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Allgemein
Hier ist mal ein Screencast von meinem Beryl Experiment, ich bin immer noch total begeistert. Aufgenommen habe ich das mit recordMyDesktop bzw. gtk-recordMyDesktop. Anscheinend muss ich das aber noch tunen, den irgendwie ruckelt das Video. Ich Echt ist das alles total flüssig.
Tags: Linux
Mehr als Eyecandy
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Allgemein
Hab einen Teil meines Tages damit verbracht Beryl in Kubuntu Feisty mit meiner ATI x1400 zu installieren. Es hat mich einige Anstrengungen gekostet. Wer es mir nachmachen möchte, der tue folgendes:
- Allgemeine Anleitung für Beryl und Feisty mit ATI
- Für die ATI Installation aber dann doch lieber diese Seite benutzen. In dem obigen Link fehlt zum Beispiel das anlegen des symbolischen Links. Ja, es ist ein Wiki und ich könnte das anpassen, aber dazu bin ich zu müde!
Nach einem Neustart und starten der XGL Session funktioniert alles wie gewollt. Geil!
Nun kann man sich erst einmal stundenlang damit beschäftigen Beryl zu konfigurieren und herausfinden, was man alles schön findet. Kristian meint zwar, vieles sei sinnloses Eyecandy und im Betrieb eher unpraktsich, aber ich bin der Meinung, dass mein Arbeiten dadurch gefühlt schneller geht.
Man hat immer Wartezeiten und Fenster bauen sich auf oder ab. Wenn diese Millisekunden durch fesche Animationen aufgehübscht werden, dann sieht das nicht nur cool aus und macht Spaß, sondern die gefühlte Wartezeit wird auch visuell überbrückt. Zudem ist das Plugin, dass einem alle Fenster über alle Desktops oder den gerade gewählten Nebeneinander zum Auswählen anzeigt, unbezahlbar. Um dieses Feature habe ich Macuser immer beneidet, nun kann mein Laptop das auch. Wohoo!
Tags: Linux
Dell Inspiron 6400 und X.org: Monitorausgang aktivieren
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Computersucht
Heute hab ich endlich den bestellten Laptop bekommen. Ich hab mir einen Dell Inspiron 6400 gekauft und mich gleich dran gemacht Linux zu installieren. Normalerweise fühle ich mich bei Debian zu Hause, doch diesmal habe ich mich für Ubuntu – genauer gesagt dieser Anleitung bin ich sehr gut durchgekommen. Danach hat alles auf Anhieb geklappt: Die Medientasten, Standby, Hibernate, WLAN, etc. Das einzige was nicht funktioniert hat, ist das umschalten des Displays auf einen externen Monitor. Während das in der Konsole noch problemlos klappt, verweigert die Tastenkombination Fn+F8 unter KDE (X.org) seinen Dienst.
Nach einer kleinen Internetrecherche wurde dann immer deutlicher, dass es sich hierbei wohl um einen Bug in X.org handelt. Auch der Workaround in der Section "Device" des ATI-Treibers
Option "BIOSHotkeys" "on"
einzutragen, hat keine Verbesserung gebracht. Hier wird gezeigt, das FGLRX seit Version 8.28.8 wohl mit dem Shortcut umgehen kann, dazu muss er jedoch aktiviert werden. Das Beispiel wird aber anhand von Fn+F7 geführt und ich hab die Transferleistung noch nicht gebracht, dies auf Fn+F8 zu übertragen. Für Hinweise bin ich sehr dankbar!
Statt dessen kann man aber mit Bordmitteln aticonfig und xandr das Verhalten des Displays beeinflussen. Mit xandr -q kann man sich die möglichen X.org Auflösungen anzeigen lassen. Ich habe mich dafür entschieden auf dem Laptop immer 1280×800 zu haben und beschränke mich extern auf 1024×768. Mit der Auflösung kommen die meisten Beamer gut zurecht. Folgende drei Skripte behandeln nun das umschalten:
lvdsOn.sh (nur Laptop LCD)
!/bin/shaticonfig --enable-monitor=lvdsxrandr -s 0
crtOn.sh (nur externes Display)
#!/bin/shaticonfig --enable-monitor=crt1xrandr -s 2
bothOn.sh (Laptop LCD und externes Display)
#!/bin/shaticonfig --enable-monitor=lvds,crt1xrandr -s 2
Alle drei Skripte mit chmod +x ausführbar machen und schon kann man durch den Aufruf der Skripte das Display umschalten. Jetzt muss das nur noch an den Shortcut Fn+F8 gebunden werden und alles wird gut. Das hab ich aber bisher noch nicht herausgefunden wie das geht. Wie immer, nehme ich sehr gerne Hinweise zur Lösung an.
Tags: Linux
Debian, ATI Radeon und Xorg 1.3.0.0
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Computersucht
Seit ich mein Debian aktualisiert habe, funktionierte der ATI Treiber nicht mehr. Das liegt daran, dass Xorg nun als Version 1.3.0.0 zurückgibt, der ATI Treiber aber 6.7 oder höher erwartet. Leider handelt es sich bei der Versionsrückgabe um keinen Bug und ATI muss seinen proprietären Treiber anpassen, bzw. AMD.
Glücklicherweise habe ich dann diesen Forumthread gefunden, der zeigt, wie man den Treiber patchen kann, so dass er doch läuft. Coolerweise hat KanoTheMaster direkt ein Installscript zur Verfügung gestellt, dass den Treiber herunterlädt, installiert, X.org konfiguriert und neustartet. Hat wunderbar funktioniert.
Und das schönste, das Installscript funktioniert sogar besser als das von ATI mitgelieferte. X.org wird perfekt konfiguriert. Vielen Dank!
Tags: Linux
Damn you locale
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Computersucht
Achtung jetzt kommt ein Karton – äh, ne, ich meine es wird technisch.
Ich bin zur Zeit dabei mit einem Freund eine neue Webapplikation in PHP zu entwickeln. Dabei verlassen wir uns diesmal ausschließlich auf UTF-8. Das funktioniert soweit auch wunderbar, wenn man die Sourcen in UTF-8 speichert, der Webserer entsprechend eingestellt ist und so weiter. Nur die blöden Locale Funktionen, wie zum Beispiel strftime wollen auf meinem System nicht so wie ich. Wenn zum Beispiel "März" gerendert werden sollte, dann kommt immer sowas wie "März".
Die Frage ist natürlich wieso?! Okay, oben hab ich schon geschrieben, dass es sich hierbei um Funktionen handelt, die die Systemlocale verwenden. Aber darauf bin ich natürlich erst ganz zum Schluss gekommen. Nachdem wir die PHP- und Apache-Konfigurationen unserer Rechner verglichen haben. Tja, und was war am Ende die Lösung des Problems? Ich hatte die Locale de_DE.UTF-8 nicht kompiliert, wie mir ein locale -a gezeigt hat. PHP ist dann immer stillschweigend auf die nächstliegende Locale gesprungen. Frechheit, da hätte ich mal eine Meldung erwartet.
Naja, korrigieren war ja einfach: In Debian einfach /etc/locale.gen anpassen und locale-gen aufrufen. Wenn man es denn weiß kein Thema. Wieder eine wertvolle Minuten verschenkt …
Linux DVD erstellen
Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Banales
Im folgenden werde ich Linux DVD Authoring betreiben. Dabei ist das Ziel eine einfache Video-DVD zu haben, ohne Menus oder anderen Schnickschnack. Ich werde immer wieder von Videodaten sprechen und meine damit sowohl die Video- als auch die Audiospur.
Folgende Programme werden benötigt:
- FFmpeg falls Videodateien noch in MPEG2 umkodiert werden müssen.
- mplex falls die Videodaten noch gemultiplexed werden müssen.
- VDRsync benutze ich, um die Aufnahmen meines VDR in einen brauchbaren Stream zu konvertieren.
- dvdauthor zum erzeugen der DVD-Strukturen.
- dvd+rw-tools zum brennen der Daten auf DVD-Medien.
- cdrtools werden von dvd-rw-tools benötigt.
Videodaten aufbereiten
Zum Authoring mit dvdauthor müssen die Videodaten als DVD-kompatibler MPEG2 Stream vorliegen.
Kodieren mit FFmpeg
FFmpeg ist ein mächtiges Programm um alle möglichen Videoformate zu enkodieren oder transkodieren. Um einen DVD-kompatiblen Stream zu erhalten, muss FFmpeg wie folgt aufgerufen werden:
ffmpeg -i <input_file> -target pal-dvd <out_file>
- -b <bitrate>: Bitrate des Videostreams. Gerade wenn man von schlechten Quelldateien kodiert ist es oftmals nicht notwendig eine hohe Bitrate zu verwenden, da die Qualität der Quelle bereits schlecht ist. Dann kann man auch bei der MPEG-Kodierung eine niedrigere Bitrate wählen und so Speicherplatz sparen.
- -vcodec <codec>: Bestimmung des zu verwendenden Videocodecs. Da bereits durch -target pal-dvd eine Schablone zur DVD-kompatiblen Ausgabe gewählt wurde, ist dieser Parameter nur sinnvoll, wenn man sich sicher ist, dass in der Quelldatei der Videostream bereits DVD-kompativbel ist. Durch die Angabe von -vcodec copy wird nur der Audiostream neu kodiert.
- -ab <bitrate>: Das selbe gilt auch für die Audiobitrate.
- -acodec <codec>: Zusätzlich kann man noch den Codec für den Audiostream wählen. Unter Umständen möchte man zum Beispiel einen AC3-Stream in mpeg2 umwandeln: -acodec mp2.
Für <out_file> kann man sich einen Dateinamen ausdenken. Man sollte aber die Dateiendung .vob oder .mpg wählen.
Multiplexen mit mplex
Manchmal hat man Video- und Audiostreams in seperaten Dateien vorliegen. Zur Weiterverarbeitung durch dvdauthor müssen diese erst eine Datei geschrieben werden. Diesen Vorgang nennt man multiplexen. Ich benutzer dafür mplex:
mplex -f 9 <input_files>...
Der Parameter -f 9 sorgt dafür, dass mplex eine DVD-kompatible Datei erstellt. Für <input_files> listet man die Videodatei und alle Audiodateien auf, die gemultiplexed werden sollen. Mplex erkennt automatisch Vido- und Audiostreams.
DVD Authoring
An dieser Stelle geht es darum die Videodateien auf eine Video-DVD zu brennen.
Konvertieren von VDR-Aufnahmen
Für die Konvertierung meiner VDR-Aufnahmen benutzer ich VDRsync. Das Programm ist genial, da es die Schnittmarken, die man in VDR gesetzt hat, bei der Konvertierung berücksichtigt. Es gibt auch ein VDRsync-GUI, mit dem man die Aufnahmen auf dem VDR schneiden kann. Das GUI hat auch eine DVD-Erzeugungsfunktion, mit Menus und Titeln. Das hat aber bei mir nicht richtig funktioniert, außerdem brauche ich keine Menus oder Titel.
Ich habe das /video Verzeichnis übers Netzwerk gemounted (NFS oder SMB) und mit VDR Schnittmarken in der Aufnahme gesetzt. Mit folgendem Befehl wird die Aufnahme direkt in eine DVD-Struktur konvertiert. unter Berücksichtigung der gesetzten Schnittmarken:
vdrsync.pl /video/Aufnahme/Datum/ \ -cut -use-pipe -master-dvd \ -o /pfad/wo/gespeichert/wird \ -basename Dateiname
Wer möchte, kann noch den Parameter -mkiso anhängen, dann wird direkt ein DVD-ISO erzeugt. Da ich aber on-the-fly brenne, verzichte ich darauf.
Wer wissen möchte, was die einzelnen Parameter bedeuten, sollte vdrconvert.pl ohne Parameter aufrufen, dann wird eine Hilfeseite ausgegeben.
Mit dvdauthor
Mit dvdauthor ist es möglich mehrere Videdateien zu einer DVD hinzuzufügen. Zuerst sollte man sich einen Ordner erstellen, in dem die DVD-Struktur erzeugt werden soll:
mkdir meineDVD
Dann fügt man alle Videodateien hinzu, die auf die DVD sollen:
dvdauthor -o meineDVD/ video1.vob dvdauthor -o meineDVD/ video2.vob ...
Dann erzeugt man den TOC-Eintrag (TableOfContents) der DVD:
dvdauthor -o meineDVD/ -T
Nun befindet sich im Ordner meineDVD/ eine fertige DVD-Struktur, die man auf DVD brennen kann.
DVD brennen
Zum brennen der DVD muss zuerst mit mkisofs ein Image der DVD erstellt werden. Mittlerweile kann growisofs dies aber auch on-the-fly, indem es selbst mkisofs aufruft.
Image erstellen mit mkisofs
Mit folgendem Befehl kann man ein ISO der DVD in meineDVD/ erzeugen:
mkisofs -dvd-video -o ./meineDVD.img ./meineDVD/
Das Image kann man brennen, lokal mounten oder z.B. mit
mplayer direkt abspielen. Die Methode eignet sich also gut zum testen der erzeugten DVD.
Brennen mit growisofs
Mittels growisofs kann man das durch mkisofs erzeugte Image auf ein DVD-Medium brennen:
growisofs -dvd-compat -Z /dev/dvd=./meineDVD.img
Unter Debian muß ich allerdings entweder /dev/dvdrw oder /dev/dvdram als Gerät angeben, je nachdem ob ich ein DVD+/-R(W) oder ein DVD-RAM Medium im Brenner habe.
Es gibt auch die Möglichkeit das ISO-Erstellen zu überspringen. Mit dem Befehl
growisofs -dvd-compat -Z /dev/dvd -dvd-video \ -V MeinTitel ./meineDVD/
ruft growisofs mkisofs on-the-fly auf, und brennt die Daten auf ein DVD-Medium. Bei der Angabe des Gerätes gilt genau dasselbe. Der Parameter -V bestimmt den Titel der DVD, den sollte man natürlich durch seinen eigenen ersetzen.
Noch etwas zu den Geschwindigkeiten: on-the-fly brennen könnte etwas langsamer sein, als ein ISO zu brennen. Allerdings ist es bei mir immer noch schneller, als die Zeit, die ich benötige zuerst das ISO zu erstellen und es dann zu brennen.
Hilfreiche Seiten
Tags: Linux




