Geschrieben von Björn | Abgelegt unter Reisen
Nachdem mein Arbeitskollege bei priceline.com erfolgreich einen Mietwagen fuer Sonntag ergattert hat, stellte sich die Frage: “Was machen wir nun damit?” Irgendwie sind wir dann auf die Idee gekommen zum Shenandoah National Park zu fahren. Sonntag morgen ging es dann schon um 8 Uhr los, zum Reagan National Airport, den Mietwagen abholen. Nicht nur, dass wir fuer den Wagen in der Kompaktklasse nur 39$ fuer den Tag zu zahlen haetten, bekamen wir auch noch ein Upgrade. So haben wir uns dann gegen 9 Uhr, nach Erledigung aller Formalitaeten, in unserem Dodge Charger auf den Weg gemacht.
Der Park erstreckt sich ueber 100 Meilen von Norden nach Sueden. Zum Nordeingang sind es von Washington aus nur 70 Meilen und so waren wir relativ schnell auf dem Skyline Drive, der einmal durch den Park fuehrt. Im Park angekommen sind wir dann erst einmal die 40 Meilen bis zum Skyland gefahren, so zu sagen der ersten groesseren Raststaette im Norden des Parks. Zwischendurch hielten wir nur mal kurz an einem der zahlreichen Ausblicken, die einen fantastischen Blick auf die Ebene bieten. An der Raststaette hielten wir fuer eine leckere Mahlzeit bestehend aus einem frittierten Huenchen mit Pommes fuer mich und Vegetarischer Pasta mit gebratenem Huehnchen (sic!) fuer meinen Kollegen. Begruesst wurden wir von einem Reh, dass sich direkt vor der Eingangstuer etwas Gras zu Mittag einverleibte. Von dort aus planten wir unser weiteres Vorgehen, so richtig vorbereitet waren wir natuerlich nicht.
Nachdem wir an dem Parkplatz von dem wir zu einer Wanderung starten wollten, vorbei gefahren sind, entschieden wir uns spontan den Roose River Loop Trail entlang zu gehen. Das ist ein wirklich schoener Weg auf dem man an einigen kleineren Wasserfaellen vorbeikommt.
Hier mal ein Eindruck von der Atmosphaere im Wald:
Wir haben den Rundweg in etwas mehr als zweieinhalb Stunden zurueckgelegt und mussten uns dann erst einmal am Auto etwas ausruhen. Man legt auf dem Weg doch einige Hoehenkilometer zurueck und obwohl wir angenehme 24 Grad hatten, sind wir doch ganz schoen ins Schwitzen gekommen. Da es mittlerweile schon 16 Uhr war und wir noch die Haelfte des Parks vor uns hatten und auch ganz schoen kaputt waren, entschieden wir uns gemuetlich die Heimreise anzutreten. Bei Meile 74 spricht mein Beifahrer eine Warnung aus: “Achtung, ein Baer … EIN Baer! ein BAAEEER!” Da geht doch hundert Meter vor uns ein Schwarzbaer seelenruhig auf die Strasse, und stellt sich auf die Gegenfahrbahn. Unfassbar, ich hab sofort den Warnblinker eingeschaltet und neben dem Baer geparkt. Um besser Fotografieren zu koennen, habe ich das Fenster geoeffnet, hatte aber schon ein bisschen Angst, so ein Baer kann bestimmt ganz schoen schnell angreifen. Ist aber alles gut gegangen und der Baer hat sich eh dazu entschieden es sich auf dem warmen Asphalt gemuetlich zu machen.
Auf dem letzten Stueck durch den Park ist uns dann nur noch ein Reh aus dem Weg gesprungen und ein kleiner Hase hat sich dazu entschieden sich vor uns im Gebuesch in Sicherheit zu bringen. Von der Suedseite des Parks ist es leider etwas weiter nach Washington, etwa 140 Meilen. Die drei Stunden auf dem Highway haben wir aber mit Easy Rider Musik und einem Fast-Food-Stop bei Taco Bell locker ueberwunden. Mit 70 Meilen pro Stunde und Tempomat eine entspannte Angelegenheit.
Wir wurden dann noch von einer Kolonne FBI Fahrzeugen ueberholt, die wirklich genauso aussehen wie bei CSI. Schwarze Ford Trucks mit verdunkelten Scheiben und Blaulicht im Kuehlergrill. Saucool! Auf dem Seitenstreifen haben wir auch noch ein brennendes Auto gesehen. Alles in allem also ein sehr unterhaltsamer Tag. Roadtrip: Immer wieder gerne!
Alle Fotos von dem Trip gibt es hier bei Flickr.